OP-Skandal
Falscher Beauty-Doc operiert in Wohnungen
Wien. Mit „leistbaren“ Schönheitsbehandlungen und Operationen lockte der Serbe, der keinerlei medizinische Ausbildung hat, auf Instagram und Facebook seine Kunden an.
Botoxbehandlungen, Hyaluronsäure-Unterspritzungen und Fadenliftings führte der selbst ernannte Arzt seit April 2020 zu Schnäppchenpreisen in Airbnb-Wohnungen in Wien durch. Im Schnitt kosteten die Behandlungen bei dem Serben zwischen 400 und 500 Euro – bei renommierten Ärzten zahlt man dagegen um die 3.000 Euro.
Angesichts solcher Okkasionen schlug auch eine Wienerin, die es später bitter bereute, zu und legte sich bei dem „Beauty-Doc“ für ein Augenbrauen-Fadenlifting (Fox Eyes) unters Messer. Das Ergebnis: Die Frau wurde so schwer verletzt, dass sie in einem Spital operiert werden musste. Dann erstattete sie Anzeige.
33-Jährigem drohen nur bis zu drei Monate Haft
Für die Ermittler war es nicht leicht, den 33-Jährigen auszuforschen. Der falsche Arzt mietete die Airbnb-Wohnungen nämlich immer nur für einen Tag und hatte keinen festen Wohnsitz in Wien. Doch am Sonntag konnten sie den Serben in einer angemieteten Wohnung am Opernring (über einem Kaffeehaus) antreffen. Er bereitete sich gerade auf die anstehende Behandlungen vor. Zudem wurden Spritzen vorgefunden. Die Beamten stellten 2.680 Euro sicher. Kundin war gerade keine da.
Verrückt: Der Fake-Beauty-Doc wurde nicht wegen Körperverletzung, sondern nur wegen Kurpfuscherei auf freiem Fuß angezeigt. Er kommt damit fast straffrei davon, ihm drohen nur bis zu drei Monate Haft. Er könnte schon wieder neue Opfer suchen und „weiterarbeiten“.
Nachbehandlung. Der anerkannte Schönheitschirurg Artur Worseg warnt vor solchen Angeboten: „Solche Reise- und Partyärzte gehen in Österreich leider immer mehr um. Im Zweifel sollte man sich immer das Dekret zeigen lassen. Und auch wenn der nicht Ansässige ein Arzt ist, stellt sich immer die Frage der Nachbehandlung.
(sia)