Mafia-Mord in Wien

Folter-Mord in Hasch-Plantage: DNA soll Identität des Toten klären

24.02.2024

Wie der Mann zu Tode gebracht wurde und die endgültige Todesursache stehen noch immer nicht fest. 

Zur Vollversion des Artikels
© Viyana Manset Haber
Zur Vollversion des Artikels

Nach wie vor unklar ist die Identität jenes Toten, der am vergangenen Mittwoch in einer Wohnung in der Sautergasse in Wien-Ottakring gefunden wurde. Womöglich wird erst ein DNA-Gutachten diesbezüglich Klarheit bringen. Wie der Mann zu Tode gebracht wurde und die endgültige Todesursache stehen ebenfalls noch nicht fest. "Eine Obduktion wurde zur Klärung dieser Fragen angeordnet", sagte dazu Nina Bussek, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, am Samstag auf APA-Anfrage.

Die Umstände der Tat sowie der Fakt, dass das Opfer schwer misshandelt wurde, deuten darauf hin, dass es sich um einen Mafia-Mord handeln könnte. So wurden dem Mann die Finger abgetrennt, um eine Identifikation über die Fingerabdrücke zu verunmöglichen. Die Strafverfolgungsbehörden hoffen jetzt, dass mit einem DNA-Gutachten festgestellt werden kann, um wen es sich bei dem Toten handelt. Die Polizei hatte der APA zuletzt Medienberichte bestätigt, in denen von der Abtrennung weiterer Gliedmaßen die Rede war. Der Tote wies zahlreiche Stichverletzungen im Oberkörper auf.

Marihuana-Plantage  

In der Wohnung, in der die Leiche entdeckt wurde, war offenbar eine Marihuana-Plantage betrieben worden. Entsprechendes Equipment wurde sichergestellt. Womöglich war der Getötete für die Aufzucht der Cannabis-Pflanzen zuständig und in eine Drogenbande eingebunden. Bestätigung gab es dazu am Wochenende vorerst keine, sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Landespolizeidirektion Wien halten sich in dem Fall ausgesprochen bedeckt. Fest steht, dass die Erhebungen als Verschlussakt geführt werden und die Tat der Organisierten Kriminalität (OK) zugerechnet wird.

Dass erste Spuren nach Serbien bzw. zu Mafia-Gruppen am Balkan führen  kommentierte Staatsanwaltschaft-Sprecherin Bussek nicht. Aus dem Bundeskriminalamt hieß es auf APA-Anfrage, man unterstütze die Kollegen der Wiener Landespolizeidirektion bei den Ermittlungen. Eine auf OK und Suchtmittel spezialisierte Ermittlungsgruppe sei den Wiener Kollegen behilflich.

Der Fall erinnert in seiner Methodik an die Vorgangsweise einer kriminellen Organisation rund um den im Dezember 2023 am Wiener Landesgericht zu lebenslanger Haft verurteilten mutmaßlichen montenegrinischen Mafia-Paten Dario D. alias "Dexter", der zu besonders brutalen Methoden gegriffen haben soll, wenn er sich von Mitgliedern seiner Gruppe hintergangen fühlte. Bei der zerschlagenen kriminellen Vereinigung, der "Dexter" vorgestanden sein soll, handelte es sich um einen Zweig eines montenegrinischen Mafiaclans, der von der Hafenstadt Kotor aus europaweit illegale Geschäfte tätigt - nicht nur mit Drogen, auch mit Waffen. Ein Mitglied des so genannten Kavac-Clans wurde im Dezember 2018 vor einem Promi-Lokal in der Wiener Wollzeile erschossen - dabei soll es sich um einen vom verfeindeten Skaljari-Clan in Auftrag gegeben Mord gehandelt haben. "Dexters" Verurteilung zu lebenslanger Haft für den organisierten Verkauf von mehreren 100 Kilogramm Heroin und Kokain in Wien ist nicht rechtskräftig, er hatte dagegen Rechtsmittel angemeldet.

Zur Vollversion des Artikels