Geduld ist gefragt

Grenzen dicht: So stauen wir in den Urlaub

04.07.2016

Die Flüchtlingskrise verdirbt uns heuer die Ferien. Kontrollen gibt’s bei Aus- und Einreise.

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© Symbolbild/dpa
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„Zwei Stunden Wartezeit in Nickelsdorf bei der Einreise“, meldeten am Montagmorgen die Verkehrsredaktionen der Radiosender. Für die Autofahrer war es wie ein Rückfall in die Zeit vor dem 1. Dezember 1997, als ­Österreich noch nicht dem Schengenraum angehörte.

Nickelsdorf: Montagmorgen war die Grenze plötzlich zu

Grund für den Stau vor der Grenze zwischen dem Burgenland und Ungarn: Kon­trollen der Polizei. „Wir haben festgestellt, dass es vermehrt illegale Einreisen gibt“, sagt der Sprecher des Innenministeriums, Karl Heinz Grundböck, und versucht gleichzeitig, zu beruhigen: „Die Größenordnung ist aber auf einem viel niedrigeren Niveau, als es bei einer noch offenen Balkanroute war.“

Brenner: Italien hält den Ansturm vorerst zurück

So wie im Burgenland, könnte es auch am Brenner (Tirol), beim Karawankentunnel und am Loiblpass in Kärnten, bei Spielfeld (Steiermark) und Poysdorf (NÖ) jederzeit Kontrollen der österreichischen Polizei geben – falls die Zahl der Flüchtlinge wieder steigt.

Vor allem um mögliche Kontrollen am Brenner gab es in Italien und Deutschland Wirbel – schließlich handelt es sich um die wichtigste Nord-Süd-Route Europas. „Derzeit sehen wir dort keinen Bedarf für Kontrollen“, sagt Grundböck. Es kämen zwar mehr Flüchtlinge über das Mittelmeer, „diese bleiben aber in Italien“.

Deutschland: Dauerstau bei der Ausreise aus Österreich

Regelmäßige Kontrollen und Staus gibt es aber täglich an der Grenze zu Deutschland. Die dortige Exekutive will illegale Einreisen verhindern und blockiert damit alle Urlauber, die an Nord- oder Ostsee, in die Beneluxstaaten oder nach Frankreich wollen. Leidtragende sind auch die Zehntausenden Westösterreicher, die vom Flughafen München aus in die Ferien abheben.

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