Verdächtiger leugnet
Hipp-Erpressung: U-Haft über Ex-Manager verhängt
05.05.2026Der in Salzburg verhaftete Verdächtige - ein erst im Februar gekündigter Manager bei HIPP - bestreitet alle Vorwürfe: Bei ihm sichergestelltes Rattengift war laut seinem Verteidiger "für die Landwirtschaft".
Sbg, Bgld. Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp fiel am Dienstag die Entscheidung darüber, ob der am Samstag im St. Gilgen Festgenommenen in Untersuchungshaft kommt. Was jetzt definitiv der Fall ist. Der 39-Jährige bestreitet vehement alle Vorwürfe. Unter anderem erklärte sein Anwalt Manfred Arbacher-Stöger, dass an der Wohnadresse in Salzburg gefundenes Rattengift für Landwirtschaft seines Mandanten, die der gebürtige Slowake in seiner Heimat besitzt, gedacht gewesen sei.
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Tomas S. - für den die Unschuldsvermutung gilt - war am Samstagvormittag festgenommen, worden, der dreifache Vater, der von seiner Ehefrau geschieden ist, befand sich sodann in Polizeigewahrsam und wurde am Sonntag in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt beantragte umgehend U-Haft, die innerhalb einer 48-Stunden-Frist verhängt wurde.
Finanzielle Probleme als Motiv für Erpressung?
Arbacher-Stöger zeigte sich bis zuletzt skeptisch, ob sein Mandant hinter Gittern bleibt, denn er ist überzeugt, dass sein Mandant mit der Sache "nichts zu tun hat". Der gebürtige Slowake und WU-Wien-Absolvent war ein ehemaliger Mitarbeiter des Babykostherstellers - davor war er jahrelang bei eine US-Konzern und danach Business Director bei einem Genussmittelhersteller -, sei aber heuer einvernehmlich gekündigt worden. Hatte er deshalb plötzliche unlösbare finanzielle Probleme und wollte deshalb zwei Miilionen Euro in Kryptowährung von Hipp erpressen?
Das Ergebnis des Gutachtens über die Toxizität der Rattengift-Menge, die im sichergestellten Hipp-Glas gefunden wurde, ist indes noch offen. Es enthielt 15 Mikrogramm des Giftes. Hiervon hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Bis jetzt wurde gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt, wobei auch eine Ausweitung der Vorwürfe um versuchte schwere Nötigung erwägt wird. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden im April insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.