Der 39-jährige Verdächtige schwieg am Sonntag weiterhin und wurde in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert. Ihm könnte eine Anklage wegen versuchten Mordes drohen.
Derzeit suchen die Ermittler nach dem sechsten vergifteten HiPP-Glas. Seit seiner Festnahme schweigt der 39-jährige Verdächtige bei diesem Thema noch, wie der "Kurier" berichtet. Trotzdem sind sich die Ermittler sicher, dass sie den richtigen Mann festgenommen haben.
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Im Laufe des Tages wurde er in die Justizanstalt Eisenstadt überstellt. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt stellte auch bereits einen Antrag auf Untersuchungshaft.
"Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren"
Eine Entscheidung über die Verhängung der U-Haft wird in den nächsten Tagen erwartet. Die Befragung des Verdächtigen lief nach seiner Festnahme am Samstagvormittag an und wurde am Sonntag fortgesetzt. Über die Herkunft des Mannes gab es keine Auskunft seitens der Polizei, ebenso wenig über seine bisherigen Angaben bei den Einvernahmen, die weiteren Ermittlungsschritte oder Informationen darüber, wie man auf die Spur des Verdächtigen gekommen ist. "Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren", sagte der Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland, Helmut Marban.
Toxizität der Giftmenge noch offen
Im Zusammenhang mit der vergifteten Babynahrung führte das Landeskriminalamt Burgenland unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt seit zwei Wochen Ermittlungen. Ein Glas, das in einem Spar-Markt in Eisenstadt gekauft worden war, hatte 15 Mikrogramm Rattengift enthalten. Noch muss geklärt werden, welche Folgen ein Verzehr für ein Baby gehabt hätte.
Von diesem Ergebnis hängt auch ab, was dem Mann schließlich vorgeworfen wird. Aktuell wird in Österreich gegen ihn wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist bisher nicht aufgetaucht.
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der HiPP-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel HiPP "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.
HiPP reagierte auf die Festnahme
Der Babykost-Hersteller HiPP reagierte ebenfalls schon auf die Festnahme. Sie teilten mit: "Die Ermittlungsbehörden haben uns mitgeteilt, dass ein tatverdächtiger Mann festgenommen wurde. Wir sind sehr erleichtert über diesen Entwicklungsschritt und danken den Behörden für ihre engagierte Arbeit. Sobald gesicherte neue Informationen vorliegen, werden wir wieder darüber informieren."
Der Erpresser wollte von der Firma zwei Millionen Euro in Kryptowährung. Die E-Mail landete in einem allgemeinen Postfach und wurde erst später entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Gift-Gläser schon in den Geschäften.
Polizei hält sich bedeckt
Die Landespolizeidirektion Burgenland will bewusst keine Hintergründe und Informationen zum Tatverdächtigen preisgeben. Laut "Kurier" betonte die Polizei: "Um die laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, können Inhalte der Befragung derzeit keinesfalls öffentlich gemacht werden."