Festnahme
So kam man dem Hipp-Erpresser auf die Spur
02.05.2026Im Fall des Erpressungsversuchs gegen den deutschen Babykosthersteller Hipp ist ein 39-jähriger Verdächtiger festgenommen worden.
Der Zugriff erfolgte am Samstagvormittag in Salzburg. Wie die Salzburger Nachrichten berichten, wohnt der Verdächtige zwar in Österreich, ist aber kein Staatsbürger. Der Erpresser hatte per Mail von Hipp zwei Millionen Euro gefordert, dürfe dabei aber mit seiner Fake-E-Mail-Adresse elektronische Spuren hinterlassen haben. Zudem dürfte die Videoüberwachung im betroffenen Supermarkt die Ermittler auf die Spur des 39-Jährigen gebracht haben.
Am Samstag folgte nun der Zugriff. Der Verdächtige befindet sich derzeit noch in Polizeigewahrsam und soll dann in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert werden. Bisher deutet alles darauf hin, dass es sich um einen Einzeltäter handelt.
6 vergiftete Gläschen
Das Landeskriminalamt Burgenland führte unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Eisenstadt seit zwei Wochen Ermittlungen im Zusammenhang mit vergifteter Babynahrung. Ein Glas, das in einem Supermarkt in Eisenstadt gekauft worden war, wurde am 18. April sichergestellt. Dieses hatte 15 Mikrogramm Rattengift enthalten. Noch muss geklärt werden, welche Folgen ein Verzehr für ein Baby gehabt hätte.
In Österreich wird gegen den Verdächtigen aktuell wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung ermittelt. Allerdings müsse noch das Gutachten über die Toxizität der Menge im sichergestellten Glas abgewartet werden. Ein zweites Glas, das in derselben Spar-Filiale in Eisenstadt verkauft und ebenfalls mit Rattengift manipuliert worden sein soll, ist noch nicht aufgetaucht, hieß es auch am Samstag.
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Die deutschen Behörden ermitteln in dem Fall wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf 18. April öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.