Hipp-Rückruf
Polizei: Zweites vergiftetes Gläschen noch nicht gefunden
21.04.2026Die Polizei dementiert einen Bericht, wonach das zweite Gläschen gefunden wurde.
Im Burgenland sucht die Polizei nach wie vor nach einem zweiten Glas mit Hipp-Babynahrung, das mutmaßlich mit Rattengift manipuliert wurde. Trotz intensiver Suche wurde dieses bisher nicht gefunden. Am Dienstag sollen deshalb die Überprüfungen in den Gemeinden weitergehen, betonte ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland auf APA-Anfrage. Die Polizei in Bayern ermittelt wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers.
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Das gesuchte Glas stammt laut der burgenländischen Polizei aus derselben Spar-Filiale wie jenes, das am Samstag in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellt und bei einer ersten Untersuchung positiv auf Rattengift getestet worden war. Zur Höhe der darin gefundenen Dosis war am Dienstag noch nichts bekannt. Genauere Ergebnisse könnten bis Ende der Woche vorliegen, hieß es von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, die wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung ermittelt. Einen Bericht der "Kronen Zeitung", wonach das zweite Glas in Österreich gefunden wurde, dementierte die burgenländische Polizei.
Polizei ersucht weiter um Hinweise aus der Bevölkerung
Auf der Suche nach dem Glas seien bereits sämtliche Krankenhäuser, Alters- und Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten und -krippen im Burgenland kontaktiert worden. Bisher sei es aber nicht aufgetaucht, so ein Polizeisprecher. Auch die ungarischen Behörden wurden informiert, weil die Babynahrung von Personen aus dem Grenzgebiet gekauft worden sein könnte.
Die Bevölkerung sei weiterhin dazu aufgerufen, verdächtige Gläser zu melden. Diese erkenne man an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, einem bereits geöffneten oder beschädigten Deckel und einem ungewöhnlichen oder verdorbenen Geruch. Außerdem fehlt das "Knack-Geräusch" beim ersten Öffnen. Hinweise werden unter der Telefonnummer +43-5913310-3333 entgegengenommen.
Fünf Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei gefunden
Die Ermittlungen laufen seit Bekanntwerden einer E-Mail der mutmaßlichen Täter an Hipp am vergangenen Donnerstag. In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt. Der Babykosthersteller selbst bestätigte am Montag, Opfer einer Erpressung zu sein. Der Täter habe eine Nachricht an ein unpersonalisiertes Sammelpostfach geschickt, welches nur in größeren zeitlichen Abständen gesichtet wird. Unmittelbar nach Kenntnisnahme habe man die Behörden informiert, einen internen Krisenstab eingerichtet und Maßnahmen ergriffen, um die Verbraucher zu schützen.
Das Verfahren wegen des Verdachts der versuchten Erpressung führt die Kriminalpolizei Ingolstadt unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Ingolstadt. Es wurde eine Ermittlungsgruppe "Glas" eingerichtet, die Hinweise unter der Telefonnummer +49-841-9343-3803 entgegennimmt.
Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht aus Samstag öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch die Drogeriemarkt-Kette dm-Österreich und die Rewe-Gruppe das Produkt aus dem Verkauf.