Schlimmer Verdacht

Mädchen fast in Tod getrieben - White Tiger-Sadist in Wien festgenommen

27.05.2026

Eine schreckliche Verzweiflungstat bzw. ein möglicherweise sadistisches Verbrechen hat eine Mieterin in einem Wohnhaus in Wien verhindert: Dort wollte eine junge Schülerin im Stiegenhaus in Begleitung eines Schweden (20) Suizid begehen - und konnte im letzten Moment gerettet werden.

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© Apa/Symbolbild
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Wien. So viel ist derzeit über das Drama rund um eine unter 15-jährige Wiener Schülerin bekannt: Eine aufmerksame Bewohnerin eines Hauses im 3. Bezirk meldete in der Nacht auf Mittwoch am Notruf, dass sie zwei Personen mit einem Seil im Stiegenhaus des Wohnhauses bemerkt hatte, die sich höchst verdächtig benommen und wohl etwas Schreckliches vorhatten. Alarmierte Polizisten konnten den Teenie von dem Seil lösen, das an ein Geländer im Stiegenhaus montiert worden war, und begannen sofort mit Erste-Hilfe-Maßnahmen. Die Berufsrettung Wien übernahm die weitere notfallmedizinische Versorgung und brachte das Mädchen ins Spital - sie soll sich derzeit in stabilem Zustand befinden, allerdings weiterhin auf der Intensivstation eines Kinderkrankenhauses.

Der in dem (Stiegen-)Haus anwesende 20-jährige Schwede - der ersten Erkenntnissen zufolge erst dieser Tage nach Wien angereist war - wurde vorläufig festgenommen. Aufgrund der bisherigen Ermittlungen ist davon auszugehen, dass der 20-Jährige das Seil besorgt und für den Suizidversuch zur Verfügung gestellt hat. Was er auch zugegeben hat. Dass er selbst lebensmüde war und das Ganze ein über soziale Medien verabredeter gemeinsamer Suizid gewesen war, davon ist eher nicht auszugehen. Die Wahrheit könnte noch viel schrecklicher sein: Nämlich, dass es sich bei dem Mann um ein Mitglied des sadistischen Online-Netzwerkes 764 (der bekannteste Delinquent nannte sich "White Tiger") handelt, die in Chatgruppen labile Teenager manipulieren, erpressen und Minderjährige dazu drängen, sich selbst zu verletzen, Tiere zu quälen,  extreme Gewaltakte zu begehen oder sich selbst etwas anzutun.

Der schlimme Verdacht: War der Schwede nach Wien gekommen, um eine Schülerin in den Tod zu treiben und ihr beim Sterben zuzusehen?

In seiner Heimat sitzt etwa seit April ein White Tiger in Haft, dem im Zusammenhang mit dem Gewalt propagierenden Onlinenetzwerk 764 insgesamt 77 Straftaten vorgeworfen werden. Er soll einen 15-Jährigen dazu angestiftet haben, einen 82-jährigen Mann von hinten zu erstechen. Zudem wird er verdächtigt, einen deutschen Teenie dazu gezwungen zu haben, sich selbst lebensgefährlich zu verletzen.

Laut stern.de suchen solche Täter "nach leicht zu manipulierenden und schutzbedürftigen Opfern auf Plattformen, auf denen sich häufig Kinder und Jugendliche aufhalten. Dazu gehören beispielsweise Selbstverletzungsgruppen, Selbstmordgruppen und Foren für psychische Probleme, aber auch beliebte Gaming-Plattformen wie Roblox."  

Das Landeskriminalamt Wien, Ermittlungsbereich Leib/Leben, hat die Amtshandlung übernommen und wird den Tatverdächtigen einvernehmen. Unter anderem zur Klärung, woher sich die beiden Personen kannten. Weitere Hintergründe des Vorfalls sind laut Polizei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.   

 

S E R V I C E - Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.

In Österreich finden Frauen, die Gewalt erleben, u.a. Hilfe und Informationen bei der Frauen-Helpline unter: 0800-222-555, https://www.frauenhelpline.at/; beim Verein Frauenhäuser Steiermark https://www.frauenhaeuser.at/; beim Gewaltschutzzentrum Steiermark: https://www.gewaltschutzzentrum.at/steiermark/ und 0316-774199 sowie beim Polizei-Notruf: 133. Männer-Notruf: 0800 246 247. Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.