Tierisches Eiweiß

Marktcheck: Immer mehr Protein-Riegel mangelhaft

27.01.2026

Proteinhaltige Produkte boomen seit längerem und Greenpeace hat für seinen aktuellen Marktcheck nun das Proteinriegel-Angebot in den heimischen Supermärkten und Drogerien vorgenommen.  

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Gut fiel das Ergebnis dabei nicht aus, denn von 293 geprüften Riegeln waren für die NGO nur vier empfehlenswert. Kritisiert wurde unter anderem, dass bei über 80 Prozent das Hauptprotein aus tierischen Quellen wie etwa Rind aus oft unklarer Herkunft stammt und dass Bio-Qualität Mangelware ist.

Nur das empfehlenswerte Quartett wies die Eigenschaften "biologisch hergestellt" und "rein pflanzlich" auf und hat zudem eine soziale Zertifizierung für fair produzierten Kakao. Erhältlich sind diese Riegel von "Naturally Pam" und einer von "Nussy" bei Bipa, Spar und Interspar. Entsprechend fällt das Gesamturteil aus: Die beste Note im Marktcheck ist lediglich ein "Befriedigend" - vergeben an Spar und Bipa. Proteinriegel in Bio-Qualität seien allerdings bei den Lebensmittel-Diskontern nicht erhältlich und bei Drogerien nur bei Bipa und dm zu finden.

Palmöl und Kakao sorgen für Kritik

Bei den tierischen Proteinen handelte es sich um Kollagenhydrolysat, Calciumcaseinat oder Molkenproteinisolat. "Nur bei rund 15 Prozent kommt es laut Handelsangaben aus der EU. Vereinzelt wurden auch Länder wie Argentinien, China und Südkorea genannt", kritisierte Greenpeace in einer Aussendung am Dienstag. Zudem werde bei Riegeln mit tierischem Eiweiß vielfach Gentechnik-Futter eingesetzt.

Greenpeace kritisierte weiters, dass etwa die Hälfte der Riegel Palmöl enthält, dessen Anbau oft wertvolle Urwälder in Ländern wie Indonesien zerstört. Fast alle Produkte enthalten auch Kakao, aber nur etwa ein Prozent der Riegel ist Fairtrade-zertifiziert - ein Siegel, das einen Mindestlohn garantiert und Kinderarbeit verbietet.

"Rein pflanzliche Proteinriegel in Bio-Qualität mit Fairtrade-Zeichen sind die beste Wahl. Wer möchte, kann Protein-Snacks auch einfach selbst machen oder Eiweiß über Lebensmittel wie Tofu, Linsen und Bohnen aufnehmen", empfiehlt Gundi Schachl, die Leiterin des Greenpeace-Marktchecks. Die pflanzlichen Eiweißquellen belasten die Umwelt im Schnitt nur etwa ein Drittel so stark wie tierische Produkte, so die NGO. 

Zur Vollversion des Artikels