57-Jähriger in Haft
Millionärin Sterbemittel verabreicht: Mordanklage gegen Winzer steht
11.02.2026Der 57-Jährige bestreitet weiterhin einen Mord begangen zu haben.
Im Fall eines seit Mitte des Vorjahres in U-Haft sitzenden steirischen Winzers hat die Staatsanwaltschaft St. Pölten eine Mordanklage eingebracht. Angelastet wird dem 57-Jährigen, dass er eine 71-Jährige mit einem Schlafmittel getötet haben soll. Angenommen werde ein als Sterbehilfe getarnter Mord an der Niederösterreicherin, bestätigte Behördensprecher Thomas Korntheuer am Mittwoch einen Medienbericht. Die Anklage ist noch nicht rechtskräftig.
Der 57-Jährige soll der vermögenden und mit ihm in einer engen Beziehung stehenden Witwe eine Überdosis Pentobarbital-Natrium verabreicht haben, um an ihren Besitz zu kommen, so der Vorwurf. Die 71-Jährige war am 7. März 2025 an der Einnahme des Schlafmittels, das in der Human- und Tiermedizin eingesetzt wird, gestorben. Nach dem Tod der Frau wurde Anzeige erstattet. Die Festnahme des Steirers erfolgte am 15. Juli.
Belastet wurde der 57-Jährige im Laufe des Ermittlungsverfahrens von der Tochter der Verstorbenen und von einem Pfleger. Dieser behauptet, die Witwe habe die Frage, ob sie sterben wolle, mehrfach verneint.
Verteidigung: Erlaubte Sterbehilfe geleistet, kein Motiv
Die Vorwürfe wurden vom Beschuldigten und von dessen Verteidiger Michael Dohr stets bestritten. Der 57-Jährige habe für die nach einem Schlaganfall bettlägerige, auf eine 24-Stunden-Pflege angewiesene Frau die gesetzlich erlaubte Sterbehilfe geleistet, betonte der Anwalt. Der Winzer habe zudem kein Motiv gehabt, der Niederösterreicherin nach dem Leben zu trachten. Sie habe den Steirer schon 2022 in einem Testament zum Alleinerben eingesetzt und ihm in weiterer Folge "alles überschrieben", hielt Dohr im Vorjahr fest.