Verstörende Durchsagen

Nach ''Sieg Heil''-Rufen in ÖBB-Zug: Zwei Anzeigen

15.05.2023

Eklat: Statt der üblichen Durchsagen kamen am Sonntag Auszüge einer Hitler-Rede und ''Heil-Hitler''-Rufe aus den Lautsprechern eines Railjets. Laut ÖBB wurden zwei Personen angezeigt.

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Geschockt reagierten am Sonntag Zug-Passagiere eines Railjets auf verstörende Durchsagen: Aus den Lautsprechern war eine Hitler-Rede und ''Heil-Hitler''-Rufe zu hören. Passiert ist der Vorfall im Railjet 661 von Bregenz nach Wien, zwischen St. Pölten und Wien. "Gerade wurde im RailJet 661 mehrmals "Sieg Heil" rufe durch das Lautsprechersystem ausgestrahlt!", schrieb der oberösterreichische Grünen-Politiker David Stögmüller entsetzt via Twitter. "Die Zugbegleiterin komplett hilflos @unsereOEBB ich hoffe es erfolgt Anzeige und schleunigst Aufklärung!", fügte er hinzu.

 

Nach Eklat: Zwei Anzeigen 

Die ÖBB konnte inzwischen zwei jugendliche Tatverdächtige ausforschen, wie es seitens der ÖBB gegenüber ÖSTERREICH heißt. Der Sachverhalt wurde von der ÖBB beim LKA-Niederösterreich zur Anzeige gebracht. Die zwei Verdächtigen waren via Videoauswertung ausgeforscht worden. Die Einspielungen erfolgten laut Bahn direkt im Zug über die Sprechstellen. 

Nicht der erste Vorfall

Der Eklat vom Sonntag war nicht der erste derartige Vorfall. Insgesamt drei Fälle, in denen die Lautsprecher "gekapert" wurden, sind bekannt. Am Sonntag waren Ausschnitte aus einer historischen Aufnahme einer Hitler-Rede zu hören gewesen. Danach folgten mehrere "Sieg Heil"-Rufe. Die Verbreitung nationalsozialistischer Inhalte fällt unter Wiederbetätigung und ist strafbar.

Die ersten beiden Vorfälle gab es in der Vorwoche, immer auf der Strecke zwischen St. Pölten und Wien, sagte ein ÖBB-Sprecher der APA. Das Duo dürfte die Sprechstellen, die es in jedem Waggon gibt, mit einem eigenen Schlüssel, den jeder Bahnmitarbeiter hat, geöffnet und dann die Aufnahmen abgespielt haben. Dadurch werden die Notsprechstellen blockiert. "Selbst Kinderlieder abzuspielen ist kein Kavaliersdelikt", bekräftigte der Sprecher. Hacker- oder Cyberangriff gab es definitiv keinen, betonte er.

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