Unvergessen

85. Geburtstag von Liese Prokop: Erinnerung an prägende Persönlichkeit

27.03.2026

Am 27. März hätte mit Liese Prokop eine der prägendsten Persönlichkeiten der niederösterreichischen Landespolitik ihren 85. Geburtstag gefeiert. Liese Prokop hat in der Jugend-, Familien- und Sozialpolitik in Niederösterreich große Spuren hinterlassen

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© ÖVP NÖ
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"Auch hat sie in der niederösterreichischen Kulturlandschaft richtungsweisende Schritte gesetzt. Ihre Verdienste um unser Bundesland Niederösterreich und ihre Menschlichkeit bleiben unvergessen“, betonte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.  

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Ein besonderer Schwerpunkt ihres politischen Wirkens lag auf der Gleichstellung von Frauen. In ihre Amtszeit fallen unter anderem die Einrichtung des NÖ Frauenreferats, die Schaffung des Gleichbehandlungsgesetz des Landes Niederösterreich sowie die Einrichtung von Gleichbehandlungskommissionen. „Liese Prokop hat mit ihrer Frauenpolitik die Entwicklung unseres Landes nachhaltig geprägt. Sie ist auch bei Gegenwind konsequent ihren Weg gegangen und hat die Anliegen der Frauen stets im Blick behalten“, so Mikl-Leitner. Als Zeichen der Anerkennung für ihr Wirken wurde 2007 der Liese-Prokop-Frauenpreis ins Leben gerufen, mit dem Frauen für ihre außergewöhnlichen Leistungen ausgezeichnet werden.
Neben ihren sozial- und gesellschaftspolitischen Initiativen stieß Prokop auch wichtige strukturelle Reformen an, darunter die Polizeireform sowie Reformen im Staatsbürgerschaftsrecht. „Für mich war es eine große Ehre, Liese Prokop in ihren Funktionen als Innenministerin und Landeshauptmann-Stellvertreterin nachfolgen zu dürfen. Sie war und ist für mich ein ganz großes Vorbild – klar in ihren Entscheidungen und zugleich menschlich im Miteinander“, betonte Mikl Leitner.

Liese Prokop wurde am 27. März 1941 in Wien geboren und wuchs in Korneuburg und Tulln auf, wo sie 1959 maturierte. Ihr Studium der Sportwissenschaft und Biologie musste sie nach dem frühen Tod ihres Vaters abbrechen. 1965 heiratete sie ihren Trainer Gunnar Prokop, mit dem sie zwei Söhne und eine Tochter hatte. Als Leichtathletin feierte sie große Erfolge: 1968 gewann sie die Silbermedaille im Fünfkampf bei den Olympischen Spielen in Mexiko-Stadt, 1969 wurde sie Europameisterin in Athen und stellte einen neuen Weltrekord auf. Im selben Jahr beendete sie ihre sportliche Karriere und zog als politische Quereinsteigerin in den niederösterreichischen Landtag ein.
Von 1981 bis 1992 war Prokop Landesrätin für Sport und Familie, ab 1992 Landeshauptmann-Stellvertreterin unter Landeshauptmann Erwin Pröll. Im Jahr 2004 wurde sie als erste Frau Bundesministerin für Inneres. Liese Prokop verstarb am 31. Dezember 2006.