Fast unverletzt

Fels traf Auto: "Gott hat entschieden"

© FF Opponitz

Zentimeter entschieden über Leben und Tod: Ein Riesenfels durchschlug das fahrende Auto einer Frau – und blieb am Rücksitz liegen.

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„Als wir zu dem Wrack kamen, haben meine Männer und ich nur noch nach einer Leiche gesucht. Und plötzlich stand die Lenkerin neben uns und telefonierte. Wir sind beinahe umgefallen vor Schreck.“ Feuerwehrkommandant Werner Piesinger konnte auch am Montag kaum fassen, wie Leopoldine „Poldi“ Fehringer das Unglück auf der Ybbstalstraße beinahe unverletzt überlebt hatte.

Gefahr
Die ehemalige Anästhesie-Schwester am Krankenhaus Amstetten war Sonntagabend gegen 19.45 Uhr gerade auf dem Heimweg von ihren Eltern in Hollenstein nach Waidhofen an der Ybbs, als sich wenige Kilometer vor Opponitz hoch über der Straße eine tödliche Gefahr zusammenbraute: „Insgesamt haben sich rund 30 Kubikmeter Material gelöst. Die Gesteinsschichten sind durch Tau und Frostperioden instabil geworden,“ so der stellvertretende Straßenbaudirektor Helmut Kirchner.

„Pumperer“
Gerade als die Oma eines 12-Jährigen mit ihrem Auto eine Lawinenverbauung passierte, ging es los: „Plötzlich habe ich gesehen, dass etwas auf die Windschutzscheibe bröselt. Dann hat es einen Riesenpumperer gemacht“, schilderte die rüstige Niederösterreicherin im ÖSTERREICH-Interview (siehe Kasten unten).

Wunde
Ein mehr als eine Tonne schwerer Brocken hatte sich Dutzende Meter über der Fahrbahn gelöst, war durch einen Spalt in der Betonschutzmauer geschossen und direkt auf das Dach des Autos der Frau gekracht. Der Fels durchschlug das Blech und blieb auf dem rechten Rücksitz des Renault Mégane liegen. Lenkerin Fehringer touchierte im Schreck die Leitschiene, konnte den Wagen aber nach 100 Metern anhalten – und beinahe unverletzt aussteigen. Bei einer Kontrolle im Mostviertel-Klinikum Amstetten wurden später lediglich eine Wunde an der Nase und Prellungen festgestellt. Montag konnte die Pensionistin bereits wieder ihre Tochter Ursula und den geliebten Enkel Sebastian in die Arme nehmen.

Zerstört
Das Wrack des völlig zerstörten Renault wurde nach Amstetten geschleppt. Beamte der Landesregierung verboten der Presse, Fotos davon zu machen. „Vermutlich geht es um die Haftung für den Schaden“, meinte ein Feuerwehrmann: „An der Lawinenverbauung wird seit Jahrzehnten gearbeitet, trotzdem kommt immer wieder was herunter. Da will man sicher vermeiden, dass zu viel Wind darum gemacht wird.“