Abgeschobenes Kind in USA

Mutter: "Kein Lebenszeichen von Diana (4)"

© zVg - Fotomontage
Kontakt ist abgerissen, niemand weiß, wie es dem abgeschobenen Kind geht.
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NÖ. Was darf man einer verzweifelten Mutter eigentlich noch antun? Auch vier Tage, nachdem die ­Behörden der Krankenschwester Julia E. (43) aus Mautern ihre Tochter Diana (4) abgenommen und das Kind per Flugzeug in die USA abgeschoben haben, hat die 43-Jährige noch kein Lebenszeichen von ihrem Mädchen: „Wir waren noch nie einen Tag getrennt, ich kann das nicht mehr ertragen“, sagte die 43-Jährige am Samstag zu ÖSTERREICH.

Wie berichtet, wurde Diana gegen ihren und den Willen der Mutter dem Vater (42) ausgehändigt. Vorausgegangen war ein Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) aus dem vergangenen Mai. Auf Grundlage des Haager Kindesentführungsabkommens (HKÜ) hatten die Höchstrichter entschieden, dass Diana zum Vater zurückmuss.

Anwältin der Mutter spricht von Justizskandal

Flucht. Dabei waren Mutter und Tochter einst vor dem Ingenieur nach Österreich geflohen, weil dieser gewalttätig gewesen sein soll. Julia E. beschuldigt ihn auch sexueller Übergriffe. Doch als die be­sorgte Mutter ihm einfach die gemeinsame Tochter entzog, beging sie nach ­internationalem Recht ­einen Gesetzesbruch – wenn auch zum Wohl der kleinen Diana.

Ob auch die Richter am OGH bei ihrer Entscheidung nicht nur das Recht, sondern auch das Kindswohl im Auge hatten, ist umstritten: „In Wirklichkeit ist das ein Justizskandal, die Zuständigen gehören zur Verantwortung gezogen“, sagt Star-Anwältin Astrid Wagner, die die Mutter vertritt.

Video. Sie erwägt, den Gerichtsvollzieher zu klagen, der Diana mithilfe der Polizei in den frühen Morgenstunden abholte. Nur im Pyjama, vor Angst schreiend und eingenässt, wurde das Mädchen in einen schwarzen Mercedes gepackt und zum Flughafen geschafft. Die Oma drehte ein Handyvideo davon, es ist das letzte ­Lebenszeichen. Diana durfte nicht einmal ihre Lieblingspuppe mitnehmen.