Sorge um Grundwasser
Wegen unsichtbarer Gefahr: Donauspiegel soll angehoben werden
06.04.2026Experten schlagen Alarm: Im Nationalpark Donau-Auen ist der Grundwasserpegel seit vielen Jahren am Sinken. Die Folgen für Mensch und Natur werden immer spürbarer, weshalb man sich nun für die Anhebung des Donauspiegels stark macht.
Seit Jahrzehnten gräbt sich die Donau östlich von Wien immer tiefer ins Flussbett ein. Der Wasserspiegel ist seit den 1990er-Jahren je nach Abschnitt um bis zu 60 Zentimeter gefallen. Die Folge: Nebenarme verlieren Wasser, Auwälder trocknen aus. Erhebungen zeigen, dass auf rund 38 Prozent der Flächen überhaupt kein Oberflächenwasser mehr vorhanden ist. Und dort, wo noch Wasser steht, handelt es sich oft nur um seichte Restlacken. Vor allem für Fische, Amphibien und Vögel bedeutet dies einen massiven Lebensraumverlust, der für ein schleichendes Sterben im Nationalpark Donau-Auen sorgt.
Es leidet aber nicht nur die Natur. Mit der Eintiefung der Donau sinkt auch der Grundwasserspiegel. Altarme und kleinere Gewässer trocknen mehr und mehr aus, die natürliche Neubildung von Grundwasser stockt. Für die Bevölkerung im Marchfeld wird das zunehmend zur Belastung, stammt doch ein großer Teil des Trinkwassers genau aus diesem Ökosystem. Mit der Sorge um die Versorgung wächst auch der Druck auf die Politik.
Politik gefordert
"Aus Sicht des Landes Niederösterreich ist die Stabilisierung der Donausohle als vorrangiges Ziel zu verfolgen. Dazu werden bereits umfangreiche Maßnahmen durchgeführt", heißt es dazu auf Anfrage des ORF aus dem Büro von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).
Vor allem in Orth an der Donau wird die Forderung an ein Umdenken immer lauter. Dabei ist man sich einig: Statt bloßer Stabilisierung soll die Donausohle langfristig wieder angehoben werden. Nur so könne der Grundwasserspiegel gesichert werden. Erste Maßnahmen laufen bereits, etwa das Einbringen von Kies oder die Wiederanbindung von Nebenarmen. Hoffnung bringt auch eine Stellungnahme des Verkehrsministeriums: "Langfristig ist eine Anhebung der Sohle anzustreben, um auch die Verhältnisse für Schifffahrt, Ökologie und Grundwasser zu verbessern."