Prozess

37-Jähriger soll vier Mädchen missbraucht haben

07.11.2023

Der Angeklagte aus dem Bezirk Vöcklabruck soll sich an vier Mädchen aus Oberösterreich jahrelang vergangen haben. Zudem soll er auch Missbräuche von Kleinkindern und Babys über Webcams beauftragt haben. 

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© APA/KERSTIN SCHELLER
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Der Mann (37) musste sich am ersten Prozesstag am Dienstag in Wels wegen unzählig schwerer Sexualdelikten an Kindern vor Gericht verantworten. Er soll sich an vier Mädchen in Oberösterreich sogar vergangen haben. Zudem soll er seit 2017 Tausende Kindes Missbrauchsdarstellungen gesammelt und in Live-Chats den Missbrauch in Südostasien beauftragt und angesehen haben.

Die Staatsanwältin sprach in ihrem Plädoyer davon, einen Einblick in die psychischen Abgründe des Angeklagten geben zu wollen. Er sei laut einem Gutachten kernpädophil sein und soll nach plan- und dranghaftem Muster vorgegangen sein. 

Für seine Taten habe er sich ein Handbuch aus dem Netz heruntergeladen haben, das erklärt, wie man sich das Vertrauen von Kindern erschleicht. Diese Tipps habe er dann auch in den vier mutmaßlichen Missbrauchsfällen angewendet. 

Die Opfer zwischen vier und 14 Jahren stammen aus seiner Nachbarschaft und seinem Umfeld. Der Missbrauch der Mädchen zog sich zum Teil über Jahre, keine von ihnen erstattete Anzeige, denn der Angeklagte habe sie unter Druck gesetzt, indem er ihnen erklärte, dass sie eine Straftat begangen hätten.

US-Behörden brachten Fall ins Rollen

2022 kam der Fall ins Rollen, weil die US-Behörde National Center for Missing and Exploited Children, eine Meldung wegen Verdachtsfällen nach Österreich erstattete. 

Ursprünglich ging es um Kindesmissbrauchsdarstellungen in einem Cloud-Speicher. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich aber heraus, dass der Mann aus dem Bezirk Vöcklabruck zwischen 2017 und 2022 wohl auch Frauen auf den Philippinen beauftragt haben dürfte, Kleinkinder und Babys vor laufender Web-Cam zu missbrauchen. Auf beschlagnahmten Datenträgern seien 150.000 Bilder und Videos wiederhergestellt worden.

 Zu den Vorwürfen in Bezug auf den Besitz von Kinderpornos zeigte sich der 37-Jährige geständig. Laut seiner Verteidigerin sei er reumütig. Der Angeklagte wurde zwischenzeitlich aus der U-Haft in ein forensisch-therapeutisches Zentrum verlegt worden. Laut seiner Anwältin wolle der kranke Mann eine Therapie machen. 

Gesteht Übergriffe auf vier Mädchen nicht

Die sexuellen Übergriffe auf die vier Kinder in Oberösterreich, gesteht er aber nicht. Mit der 14-Jährigen will er eine einvernehmliche sexuelle Beziehung gehabt haben, den drei jüngeren Mädchen will er sich nicht einmal genähert haben. 

Nach den Eröffnungsplädoyers wurde die Öffentlichkeit vom Prozess ausgeschlossen. Ein Urteil wird am 14. November, dem zweiten Verhandlungstag, erwartet. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

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