Text von Franzobel

Aus Fall Arigona wird Theaterstück

© TZ ÖSTERREICH/Schwarzl

„A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ wird nicht auf der Bühne gezeigt: Das Publikum geht mit Bussen auf Reise durch Region.

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Das Schicksal des Flüchtlingsmädchens Arigona hat eine hochkarätige Künstlertruppe zu einem Theaterstück inspiriert: Franzobel lieferte die Textvorlage, Georg Schmiedleitner und Chris Müller vom Theater Hausruck entwickelten die Idee und engagierten die bekannten Darsteller Maria Hofstätter (bekannt aus mehreren Kinofilmen), Lokalmatador Franz Froschauer und Oscar Blaha. Herausgekommen ist das Stück „A Hetz oder Die letzten Tage der Menschlichkeit“ über Globalisierung und Migration.

Reinigungskraft im Mittelpunkt
Doch die Idee, aus dem Fall Arigona ein Theaterstück über das Leben des Mädchens, das noch immer vor seiner Abschiebung in den Kosovo zittert (siehe Info-Box), zu machen, wurde schnell verworfen. „Das war einfach zu nah. Wir wollten nicht auf ihre Kosten Zuschauerfang betreiben, wie Parteien Stimmenfang“, so Regisseur Georg Schmiedleitner. Die Idee wurde weiterentwickelt. Entstanden ist eine Theaterreise, das Schicksal einer moldawischen Reinigungskraft (M. Hofstätter) ist der rote Handlungsfaden.

Publikum in Bussen
Das Stück spielt nicht auf einer Bühne, sondern das Hausruckviertel wird zur Bühne. Das Publikum wird in Busse verfrachtet und erlebt das Stück an mehreren Orten – von der Kirche über Gasthäuser bis zur Straße. Auch die Einheimischen spielen mit: Bauern treiben Kühe über die Straße, der Pfarrer von Thomasroith öffnet die Barbarakirche, Jugendliche lassen die Motoren ihrer getunten Autos aufheulen. Premiere ist am 29. Juli im Zuge des Festivals „Theaterlust 2: Sonnenbrand“.
Mehr Infos: www.ahetz.at