Ärztin pfuschte
Falsches Bein weg – wie konnte das passieren?
OÖ. Die derzeit außer Dienst gestellte Chirurgin machte in diesem Fall eines 82-jährigen Diabetikers, dem das linke Bein abgenommen werden sollte, alles falsch: Sie markierte vor der OP an dem Mann, der sich leider nicht mehr so gut artikulieren kann und von Schmerzmitteln sediert war, das falsche (rechte) Bein mit einem Pfeil. Und das obwohl bei den Vorbesprechungen und auch bei den Untersuchungen stets von der Amputation des linken Beines gesprochen worden war.
Im Operationsplan und dem Patientenblatt des Patienten trug die Ärztin unerklärlicherweise plötzlich „Beinamputation rechts“ ein. Danach ignorierte die Medizinerin das Vier-Augen-Prinzip: Ohne Gegencheck durch einen anderen Arzt schritt die Chirurgin zur Operation. Das war am Dienstag.
Zweites Bein bereits am Freitag abgenommen?
Erst einen Tag später, beim Verbandswechsel, fiel die tragische (und wohl grob fahrlässige) Verwechslung an dem Bewohner eines Pflegeheims und Vater zweier erwachsener Töchter auf. Jetzt war Feuer am Dach. Die Spitalsleitung informierte den Patienten wie auch die Angehörigen, danach in einer Pressekonferenz die Öffentlichkeit.
Wie ÖSTERREICH berichtete, legte der ärztliche Leiter des Krankenhauses den Akt offen und entschuldigte sich für die tragische Verwechslung, über die laut der Sprecherin der OÖ-Gesundheitsholding, Jutta Oberweger, mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Linz eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht wurde. Die Chirurgin selbst ist auf eigenen Wunsch außer Dienst gestellt und „erschüttert“.
Besonders schlimm: Der betroffene Patient musste derweil wohl oder übel seine Einwilligung geben, dass ihm auch das zweite (tatsächlich kranke) Bein abgenommen wird. Die alternativlose OP soll bereits am Freitag erfolgt sein.