Steyr

"Knebel-Mord": Callgirl leugnet die Tat

25.09.2014

24-Jährige ist drogenabhängig und nicht vernehmungsfähig.

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© foto-kerschi.at, Privat
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Jenes 24-jährige Callgirl aus Linz, die ihren 43-jährigen Exfreund in der Nacht auf Montag getötet und seine Wohnung in Steyr angezündet haben soll, ist in die Psychiatrie der Linzer Landesnervenklinik Wagner-Jauregg überstellt worden. Ihr Zustand mache keine Einvernahme mit einem sinnvollen Ergebnis möglich, sagte Staatsanwalt Guido Mairunteregg. Nun konzentriere man sich auf die Zeugensuche.

"Wir nützen die Zeit, um die Umfelderhebungen zu führen und Tiefenforschung zu betreiben", erklärte Behördensprecher Mairunteregg. Man hoffe darauf, dass Verwandte, Freunde oder Bekannte Brauchbares erzählen und auf diesem Umweg ein Motiv gefunden wird. Die Ermittler wollen zudem abklären, woher der sichergestellte Kanister und der Einfüllstutzen stammen, den die Verdächtige in ihrer Handtasche hatte. Von Interesse sei auch, welche Flüssigkeit sich in dem Behältnis befand und wer der Verkäufer war, sagte der Staatsanwalt.

War sie zurechnungsfähig?
Während des Aufenthalts der drogenabhängigen 24-jährigen Linzerin in der Landesnervenklinik soll ein psychiatrisches Gutachten zur Abklärung, ob sie zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war, eingeholt werden. Sie war Montag früh wegen Verdachts des Mordes und der Brandstiftung festgenommen worden.

Die amtsbekannte Frau aus dem Rotlichtmilieu soll das spätere Opfer Sonntagabend besucht haben. Kurz nachdem sie gegangen war, drang Rauch aus der Wohnung des Mannes. Die alarmierte Feuerwehr fand schließlich die gefesselte Leiche des 43-Jährigen, der laut Obduktion erstickt ist. Unklar war vorerst, ob die Rauchgase dafür verantwortlich waren oder ein aus Papiertaschentüchern gefertigter Knebel, dessen Reste die Gerichtsmedizin im Mund des Opfers fand.

Soweit die Tat bisher rekonstruiert werden konnte, wurde in der Wohnung ein flüssiger Brandbeschleuniger - möglicherweise Benzin - verschüttet und angezündet. Ob das Opfer ebenfalls übergossen wurde oder nur das Bett, auf dem der an die Heizung gefesselte Mann lag, muss ein Sachverständiger klären.
 

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