Chronische Müdigkeit

ME/CFS - Oberösterreich bekommt Anlaufstelle für Patienten

18.03.2026

Experten planen bereits PAIS-Anlaufstelle - Haberlander: Betroffeneninitiative eingebunden

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. Oberösterreich bekommt eine eigene Anlaufstelle für Betroffene von postakuten Infektionssyndromen (PAIS) wie ME/CFS. Landeshauptmannstellvertreterin Gesundheitsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) hat den Auftrag zur Einrichtung einer solchen Anlaufstelle erteilt. Experten haben bereits mit den Planungen begonnen, berichtete Haberlander in einer Presseaussendung am Mittwoch.

Dem vorangegangen seien zwei Vernetzungstreffen mit der ME/CFS-Betroffeneninitiative Oberösterreich sowie unterschiedlichen Systempartnerinnen und -partnern aus dem Gesundheitswesen - Ärztekammer, Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), Pensionsversicherungsanstalt (PVA), Rotes Kreuz, Krankenhäuser, Ministerium und Abteilung Gesundheit des Landes OÖ.

"Besonders wichtig ist mir, dass wir uns dabei an den Bedürfnissen der Betroffenen und ihrer Angehörigen orientieren und nicht am Ziel vorbeiplanen. Daher wird auch die ME/CFS-Betroffeneninitiative Oberösterreich in die Konzeptionierung eingebunden", betonte Haberlander und wies darauf hin, dass es auch von Seiten der Forschung noch weitere Anstrengungen brauchen werde, um Betroffenen umfassend helfen zu können.

Orientierung an bestehenden Angeboten

Unter postakuten Infektionssyndromen (PAIS) werden Krankheitsbilder wie beispielsweise das Post-COVID-19-Syndrom oder das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) zusammengefasst. Da es keine österreichweit einheitliche Vorgehensweise gebe, werde Oberösterreich die bereits bestehenden Angebote und Konzepte in einzelnen Bundesländern besuchen und analysieren, ein Vorbild für die Orientierung soll die Steiermark sein, hieß es.

Mehrere Bundesländer hatten bisher schon die Einrichtung von Behandlungsstellen angekündigt. Im Burgenland (Bad Tatzmannsdorf) soll im ersten Quartal 2026 eine Pilotgruppe für maximal zehn Personen noch im ersten Quartal verwirklicht werden, im Laufe des Jahres soll die Stelle dann eingerichtet werden. In Salzburg wurde im Dezember ein Konzept für eine Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postakuten Infektionssyndromen (PAIS) präsentiert, dieses soll am Tauernklinikum Zell am See (Pinzgau) etabliert werden. Ebenfalls noch heuer soll eine entsprechende Stelle in der Steiermark entstehen. Für das u.a. vom früheren Rektor der Med-Uni Graz Josef Smolle erstellte Konzept werden im ersten Quartal 2026 erste Umsetzungsschritte erfolgen, hieß es im November.

Auch Wien hat bereits die Einrichtung eines PAIS-Kompetenzzentrums angekündigt. In der Bundeshauptstadt soll die Umsetzung bis Ende 2028 erfolgen, ein Probebetrieb bereits Anfang 2027 starten. In Vorarlberg hieß es zuletzt im Dezember nach einer Sitzung der Landeszielsteuerungskommission, es sei eine Weiterentwicklung der bestehenden Koordinationsstelle Long Covid am Landeskrankenhaus Hohenems zu einem integrierten Versorgungsnetzwerk für PAIS vorgesehen. Auch in Niederösterreich soll es bereits Planungen für ein Betreuungsprojekt geben.

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