Projekt-Gegner wünschen sich weiterhin, dass die Baustelle nie vollendet wird.
Kronstorf. Auf der Großbaustelle für das geplante Google-Rechenzentrum in Kronstorf (Bez. Linz-Land) stehen derzeit die Bagger still. Der Baustopp wurde nicht behördlich verhängt, sondern vom Konzern selbst angeordnet. Auslöser sind die Verstöße, die die Finanzpolizei bei einer Kontrolle feststellte.
Anfang Februar kontrollierten Organe der Finanzpolizei die Baustelle, die besonders abgesichert ist. Der Zutritt war den Einsatzkräften nur nach biometrischer Registrierung sowie entsprechender Zutrittsfreigabe möglich. Es wurden 31 Arbeitskräfte angetroffen. Dabei stellen die Finanzpolizisten 26 Übertretungen nach sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, eine gewerberechtliche Übertretung sowie vier Verstöße nach dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz fest.
- Nächster Feuerwehr-Einsatz wegen Dachausbau
- Entlassung? Wirbel um Oliver Glasner (51)
- WKStA: Wirtschaftskriminalität ist geradezu explodiert
Der Konzern habe zugesichert, dass solche Vorgänge nicht toleriert werden, sagte Kronstorfs Bürgermeister Christian Kolarik (ÖVP) zum ORF Oberösterreich. Betroffen sind vor allem Subfirmen, die auf der Baustelle eingesetzt wurden. Die Strafen könnten sich laut orf auf rund 70.000 Euro belaufen. Wann die Bauarbeiten wieder starten, ist noch unklar. Weitergebaut werde erst, wenn rechtlich alles geklärt sei, habe Google gegenüber der Stadtverwaltung angekündigt.
"Große Bodenversiegelung, massive Umweltbelastung: Abwärme bleibt ungenutzt, Millionen Liter Wasser werden täglich erwärmt in die Enns zurückgeleitet während kaum lokale Wertschöpfung entsteht – all das spricht ohnehin klar gegen das Projekt des IT-Tech-Giganten", postet der Linzer Gemeinderat Michael Roth-Schmida.