Überholmanöver missglückte

Zwei Burschen sterben bei Raserei

03.06.2011


Zwei junge Benzinbrüder starben bei einem Überholmanöver im Temporausch.

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© Matthias Lauber/laumat.at
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Bei den Schwestern Milica (19) und Biljana (16), die in der Nacht auf Donnerstag auf der Landstraße bei Kundl ihr Leben lassen mussten, ist noch unklar, warum es zur Todeskarambolage mit einem Baum kam. Der 15-Jährige, der mitgefahren war und überlebt hat, konnte immer noch nicht befragt werden, ob vielleicht auch in diesem Fall überhöhte Geschwindigkeit die Unfallursache war.

Aufgemotzt
Beim nächsten Irrsinns-Crash jugendlicher Autofahrer keine 24 Stunden später war es auf ­jeden Fall Raserei, die auf ­einer fünf Kilometer langen schnurgeraden Straße zwischen Hörsching und Marchtrenk schleudernd in die Katastrophe führte. Am Lenkrad des Dreier-BMW-Coupés saß der 19-jährige Daniel P., der erst am Mittwoch sein aufgemotztes Auto nach einer Reparatur wiederbekommen und darüber auch stolz auf seinem Facebook-Account gepostet hat.

Ausgebrochen
Donnerstagabend fuhr der gebürtige Serbe mit seinem besten Freund, dem Türken Burak A. (19), am Beifahrersitz und zwei weiteren jungen Freunden auf der Rückbank um 20.48 Uhr von Hörsching Richtung Wels, als Daniel einen anderen Pkw überholte, etwas zu viel Stoff dabei gab, sodass der BMW ausbrach und ins Schleudern kam.

Crash mit Familie
Mit voller Wucht krachte der Dreier-BMW in einen Familien-Van, dessen Insassen – drei Frauen (33, 17 und 18 Jahre alt) – wie durch ein Wunder nicht lebensgefährlich verletzt wurden. Auf der anderen Seite waren die Folgen wesentlich schlimmer. „Alle jungen Fahrzeuginsassen wurden aus dem Auto geschleudert, die Opfer lagen im angrenzenden Feld“, schildert Ersthelfer Simon Wieser.

Obwohl Daniel P. und Burak A. noch vor Ort versorgt wurden, starben sie schließlich an den Folgen des Unfalls. Jetzt trauern ihre Freunde im Internet: „Wir werden euch nie vergessen!“ Doch die Raserei geht bestimmt weiter …

Experte: "Blutzoll bei Jungen am höchsten"

ÖSTERREICH: Leben junge Menschen riskanter als ältere auf den Straßen?
Martin Blum: Eindeutig. Der Blutzoll bei der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen ist am höchsten im Vergleich zu allen anderen Altersgruppen. Im Jahr 2010 wurden mehr als 14.000 junge Menschen auf den Straßen verletzt oder getötet.

ÖSTERREICH: Warum sind das im Vergleich so viele?
Blum: Jugendlicher Übermut trägt eine große Schuld. Bei Rot über die Ampel fahren, Rasen und Alkohol am Steuer sind die Hauptursachen. Und sie gelten leider für viele als Kavaliersdelikt.

ÖSTERREICH: Trinken und rasen junge Menschen mehr als ältere?
Blum: Ja, das ist leider so. Junge sind einfach gefährlicher unterwegs im Straßenverkehr.

ÖSTERREICH: Was kann man dagegen machen?

Blum: Viel Aufklärungs­arbeit. Wichtig wäre auch, den Probeführerschein, den es die ersten zwei Jahre nach Erwerb des Führerscheins gibt, auszuweiten – bis 25 Jahre.

(ort, kor)(pom)

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