Kampusch-Aufreger

Polizist suchte Natascha-Tochter

23.06.2014

Prozess: Mann schlich in Volksschule und wollte DNA.

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© TZ ÖSTERREICH/Kernmayer
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Bei Verschwörungstheoretikern hielt sich dieses Gerücht jahrelang: Na­tascha Kampusch soll während ihrer Gefangenschaft eine Tochter geboren haben und Entführer Wolfgang Prik­lopil oder ein Mittäter der Vater des Kindes sein.
Ex-Polizist Josef W. (63) ließ das keine Ruhe: Im November 2011 „recherchierte“ er auf eigene Faust in ­einer Wiener Klinik, die er als Geburtsstätte der mög­lichen Tochter ansah. Und im Februar 2012 schlich er sich in Laxenburg (NÖ) in die Volksschule, weil er dort Nataschas Tochter vermutete. Er versuchte, an ihre DNA zu gelangen, und bat die Direktorin um ein Taschentuch. Doch der Fall flog auf.

„Mädchen missbraucht“.
Am Montag wurde ihm der ­Prozess wegen Amtsmissbrauchs gemacht: „In meinem Schädel war, dass ein Kind missbraucht wird. Ich dachte mir, da muss ich was machen“, rechtfertigte er sich. Ihm war zu Ohren gekommen, dass dieses Mädchen statt ­Natascha missbraucht wird. Verteidiger Dietmar Heck zu ÖSTERREICH: „Mein Mandant ist ­geständig. Er wollte weder sich noch anderen einen Vorteil verschaffen.“

Die Verhandlung wurde auf 18. August vertagt, Josef W. drohen bis zu fünf Jahre Haft. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

(prj)

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