Doppelmord in Salzburg
Darum wurde der Stalker nicht gestoppt
Salzburg. Es sah alles nach dem Klassiker aus: Verschmähter Liebhaber wird zum Stalker, wird bei der Polizei angezeigt, die Justiz unternimmt nichts, dann dreht der Ex-Partner durch, tötet die Geliebte, die nichts mehr von ihm wissen wollte. So schien es auch in Wals-Siezenheim gewesen zu sein, wo Ex-Berufsdetektiv Mario Gottfried O. (51) am Donnerstag die Finanzbuchhalterin Helga B. (50) und deren Mutter (76) erschossen haben soll.
Wende. Doch jetzt die Wende: Die Polizei war im Vorfeld informiert, die Staatsanwalt hatte den Vorgang auf dem Tisch. Doch sie verfolgte den Stalker nicht, weil dies das Opfer selbst abgelehnt hatte. Der Einstellungsbeschluss liegt ÖSTERREICH vor.
Er bettelte. Doch warum soll dies das spätere Mordopfer getan haben? Ein Verwandter: „Er bettelte darum. Er hatte Angst, seine Konzession und seinen Waffenschein zu verlieren. Helga gab schließlich nach.“
Zehn Schüsse auf die beiden Frauen
Stalking. Es sollte ihr zum Verhängnis werden, die Avancen seitens O. ließen nicht nach – im Gegenteil. Permanent bombardierte er sein Opfer mit Telefonaten und SMS, schickte Geschenke und Blumen, lauerte Helga B. im Garten oder beim Einkaufen auf dem Parkplatz auf.
Schüsse. Gegen 23.30 Uhr stand der Ex-Detektiv, der zuletzt als „Sicherheitsfachmann“ firmiert hatte, am Donnerstag erneut vor der Tür. Die 76-jährige Helga B. öffnete, die beiden stritten. Da zog der 51-Jährige eine seiner beiden Pistolen, feuerte dreimal auf die Pensionistin. Anschließend richtete er seine zweite Waffe auf die Buchhalterin, feuerte fast das Magazin leer. Sie starb durch sieben Projektile. Die beiden kannten sich seit über 20 Jahren, hatten sich aber aus den Augen verloren. Erst durch den Tod von Helgas Vater erfuhr der Detektiv anhand der Parte, dass die Buchhalterin nach wie vor Single war. Er begann der 50-jährigen „guten Partie“ den Hof zu machen. Doch zumindest zuletzt wollte sie nichts mehr von ihm wissen.
Schweigen. „Ich weiß nicht, warum ich auf sie geschossen habe.“ Mehr sagte Mario Gottfried O. bislang nicht zum Motiv. Die Morde selbst gestand er inzwischen ein. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Schlagerstar Mross trauert um Tante und Cousine
Schlagerstar Stefan Mross (Fernsehgarten) ist erst 45 Jahre alt, steht aber seit Jahrzehnten auf der Bühne. Schon als Kind begeisterte er als Trompetenvirtuose, später wurde er gemeinsam mit Stefanie Hertel zum Traumpaar der deutschsprachigen Volksmusikszene.
Mross stammt von der bayerisch-österreichischen Grenze, seine Tante Helga B. (76) und die gleichnamige Cousine (50) lebten in Wals-Siezenheim. Es sind die beiden Frauen, die in der Nacht auf Donnerstag zu Opfern eines unbeschreiblichen Verbrechens wurden. Die engen Verwandten von Stefan Mross wurden mit insgesamt zehn Schüssen aus zwei Waffen im Eingangsbereich ihres gediegenen Hauses an Edelweißstraße getötet.
Unter dringendem Tatverdacht steht der frühere Privatdetektiv Mario Gottfried O. (51), der von Helga B. abgewiesen worden sein soll.
Mross reagierte auf die Nachricht geschockt: „Verstehen Sie bitte, dass ich in dieser Situation nichts sagen kann.“