Spendenstreit

Nonnen von Goldenstein erzielten Erfolg vor Gericht

10.03.2026

Teilvergleich: Instagram-Seite wurde ohne Wissen und Wollen der drei Klosterschwestern weiterbetrieben

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Szbg. Die drei Nonnen von Goldenstein in Salzburg haben am Montag einen ersten Erfolg vor Gericht erzielt. Nach einer Unterlassungsklage hat sich der Betreiber des ersten und reichweitenstarken Instagram-Kanals der drei Klosterschwestern zum Antrag auf Erlassung einer einstweiligen Verfügung dazu verpflichtet, in sozialen Netzwerken keine Profilseiten im Namen der Frauen einzurichten oder zu führen, teilte die Wiener Medienanwältin Maria Windhager am Dienstag der APA mit.

"Für die Schwestern ist die Sache mit dem Vergleich erledigt", sagte Windhager, die die drei Nonnen in dem Verfahren vertritt. "Es ging ihnen darum, dass der Betreiber auf der Seite den Eindruck erweckt hat, dass alles mit ihrem Wissen und Wollen und in ihrem Namen passiert ist. Das war nicht der Fall und hat sie belastet." Die Instagram-Seite mit zeitweise bis zu 288.000 Followern ging zwar Ende Jänner offline, ist aber seit wenigen Tagen wieder abrufbar. Zuletzt wurde darauf etwa ein neuerlicher Spendenaufruf veröffentlicht.

Anfängliche Zustimmung zur Instagram-Seite kippte

Der Account sei anfangs mit Zustimmung der Nonnen betrieben worden, sagte Windhager. "Die Schwestern haben immer betont, dass die Instagram-Seite zunächst eine gute Sache war." Als der Betreiber den Kanal zunehmend gegen den Willen der Frauen für Werbezwecke benutzte, sei es zum Konflikt gekommen. Der Mann bewarb etwa geweihte Rosenkränze oder Mineralwasser in Dosen, ohne die Klosterschwestern darüber bzw. vollständig darüber zu informieren. Auf Aufforderungen mit anwaltlichen Mahnschreiben, dies zu unterlassen, reagierte er nicht. "Die Nonnen waren fassungslos, wie er sich über sie hinweggesetzt hat", sagte Windhager.

Teil der am Montag erzielten Vereinbarung ist auch, dass ein Bild, das eine der Nonnen ohne ihren Schleier zeigt, nicht mehr verbreitet werden darf. In einem dritten Aspekt wird die Entscheidung der Richterin schriftlich ergehen. Der Betreiber hatte auf der Instagram-Seite der Sprecherin der Schwestern unterstellt, die Nonnen zu manipulieren und für das Fehlen von Spendengeldern verantwortlich zu sein. Auch diese Behauptung bekämpft Windhager vor Gericht.

Neuer Auftritt als "church_fluencer"

Der Betreiber der Instagram-Seite wollte sich am Dienstag gegenüber der APA nicht zum Verfahren äußern. Er wolle zunächst auf die schriftliche Entscheidung der Richterin warten. Die Instagram-Seite hat er aber bereits von "nonnen_goldenstein" auf "church_fluencer" umbenannt. Ganz ohne eigenen Auftritt in den sozialen Medien müssen die drei Nonnen dennoch nicht auskommen. Mit "realnonnengoldenstein" hat der Unterstützerkreis der Frauen bereits Mitte Dezember einen neuen Account auf Instagram ins Leben gerufen. Zuletzt folgten rund 4.500 Menschen die Seite.

Der Fall der drei Ordensfrauen hatte in den vergangenen Monaten weltweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die Nonnen waren nach einem vorangegangenen Aufenthalt in einem Seniorenheim gegen den Willen ihres Oberen in ihr früheres Kloster zurückgekehrt.

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