Zentalmatura gestartet

"Schummeln wäre leicht gewesen"

05.05.2015

26.200 Schüler traten zur ersten Zentralmatura an. Wie sie die Feuertaufe erlebten.

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© APA/ Hochmuth
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Das Goethe-Gymnasium im 14. Wiener Bezirk, Dienstag, um 12.45 Uhr: Die ersten Maturanten schleichen aus dem Festsaal, in ihren Augen ist noch Anspannung zu erahnen. Fünf Stunden Deutsch-Reifeprüfung liegen gerade hinter ihnen – und zwar nicht irgendeine.

Premiere für die Zentralmatura in Deutsch für 26.200 Schüler: In Wien-Penzing öffnet Direktor Hubert Kopeszki um 9.05 Uhr das geheime braune Paket mit den Fragebögen – alle Fragen komplett. Die Schüler können aus den Themen­ „Familie“, „Armut“ oder „Kritik der Macht“ wählen (rechts). „Es war human, alles ist gut gegangen. Das Problem war, sich so lange zu konzentrieren“, resümiert Philip Riedel (18). „Wir waren gut vorbereitet“, sagt Vize-Schulsprecher Otto Handl (17).

Fragen kursierten vorab 
in WhatsApp-Gruppen

Laut Organisator Bifie (Bundesinstitut für Bildungsforschung) verlief der erste Tag ohne Zwischenfälle. Alle Schulen sollen die Fragen komplett und rechtzeitig erhalten haben. Im Vorfeld gab es viele Zweifel, viel Nervosität und viele Pannen – wie das Datenleck beim Bifie, schlechte Noten beim Mathe-Test und unklare Notenschlüssel.

Die Schüler im Goethe-Gymnasium versuchten, sich zu wappnen. Seit Tagen kursierten in WhatsApp-Gruppen Fragen. „Sie waren jedoch alle falsch“, gibt Riedel zu. Streng kontrolliert wurde in Penzing nicht. „Wir hätten leicht schummeln können“, sagt er. „Schummeln geht auch bei der Zentralmatura“, so Mitschüler Handl. Die Penzinger Maturanten diskutierten, dass relativ leicht mit einem zweiten Handy Freunde kontaktiert, am WC Kontakt zu anderen hergestellt oder Schummelzettel im Ärmel versteckt hätten werden können.

Heute, Mittwoch, wird die Zentralmatura in Englisch fortgesetzt. Englisch-Lehrer Gerhard Warmuth: „Für uns ist die Vorbereitung einfach, für die Schüler ist es viel schwieriger.“ J. Prüller

VIDEO: Start der Zentralmatura

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