Naturschauspiel

Wo die Sonnenfinsternis zu sehen sein wird

18.03.2015

Sonnenfinsternis-Brillen im Fachhandel bereits ausverkauft.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty Images/AFP
Zur Vollversion des Artikels

Nahezu ungetrübte Sicht auf die partielle Sonnenfinsternis am Freitag verspricht die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Wien. "Der Himmel ist am Freitag im Großteil Österreichs nahezu wolkenlos", erklärte Meteorologe Albert Sudy am Mittwoch in einer Aussendung. Nur in Kärnten und der südlichen Steiermark könnten ein paar dichte Wolken die Sicht behindern.



Bei der Sonnenfinsternis wird sich der Mond zwischen Erde und Sonne schieben und die Sonnenscheibe zu maximal 63 Prozent bedecken. Im Westen wird das kosmische Schattenspiel zuerst zu sehen sein, in Bregenz beginnt es bereits um ca. 9.27, je weiter östlich man sich in Österreich befindet, desto länger muss man warten. In Wien geht es um 9.37 Uhr los. Die maximale Verfinsterung wird in Bregenz um etwa 10.36 Uhr erreicht sein, in Wien zehn Minuten später. Die Finsternis endet ganz im Westen um ca. 11.48 Uhr, in Wien um 11.58 Uhr.

Die Bilder der Facebook-User >>>

Im Gegensatz zu einer totalen Sonnenfinsternis wird am Freitag selbst beim Maximum der Abdeckung die verbleibende Sonnensichel so hell strahlen, dass es "nur kaum merklich dunkler wird", sagte Alexander Pikhard, Präsident der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA). Im Nordatlantik verfinstert sich die Sonne dagegen total, zu sehen ist dies an Land aber nur auf den Färöer-Inseln und Spitzbergen.

Nur mit Schutz
Trotz Abschattung darf die Sonnenfinsternis nur mit geeignetem Schutz beobachtet werden, andernfalls drohen schwere und bleibende Augenschäden. Davor warnte am Mittwoch auch der Konsumentenschutz im Sozialministerium. Für die Beobachtung mit freiem Auge eignen sich eigene Sonnenfinsternisbrillen. Im astronomischen Fachhandel sind diese aber bereits weitgehend ausverkauft, ebenso wie die Filterfolien für Fernrohre oder Fotoapparate. Wer dennoch beobachten will, dem empfiehlt Pikhard eine selbst gebastelte Lochkamera: einfach ein kleines Loch in einen Pappendeckel stechen und das Bild der Sonne durch das Loch in den Schatten des Kartons etwa auf ein Blatt Papier projizieren.

Public Viewing
Sonst bieten sich die öffentlichen Beobachtungen mit Erläuterungen verschiedener Vereine an: Die WAA etwa von 9.00 bis 12.00 Uhr am Maria-Theresien-Platz vor dem Naturhistorischen Museum Wien oder in der Urania Sternwarte, das Astronomische Büro Wien im Freiluftplanetarium Sterngarten am Georgenberg bei der Wotrubakirche in Wien-Liesing. Wer bei der Finsternis auf den Astronomie-Geschmack gekommen ist, dem bietet das Institut für Astrophysik der Universität Wien ab 17.00 Uhr Vorträge und Vorführungen, etwa über Gravitationslinsen oder Exoplaneten.

Etwa alle 29,5 Tage, bei Neumond, steht der Erdtrabant nahe der Sonne am Himmel. Weil aber die Mondbahnebene gegenüber der Erdbahnebene gekippt ist, verdeckt der Erdtrabant im Schnitt nur zweimal pro Jahr dabei die Sonne und es kommt zu einer Sonnenfinsternis. Diese ist aber nicht überall auf der Erde zu sehen. "Deshalb sind Sonnenfinsternisse eher seltene Himmelserscheinungen", erklärte Pikhard.

Nächste Sonnenfinsternis 2021
Die nächste von Österreich aus zu sehende Sonnenfinsternis findet erst am 10. Juni 2021 statt: Diese ist wieder partiell, wobei die Bedeckung deutlich geringer sein wird als bei der aktuellen Finsternis. Wer in Österreich eine totale Sonnenfinsternis beobachten will, muss sich bis 2081 gedulden und dafür nach Kärnten fahren. Die nächste von Wien aus zu sehende totale Sonnenfinsternis gibt es erst wieder 2227.

Bei den Verantwortlichen für die europäischen Stromnetze machte man sich zunächst Sorgen wegen der Sonnenfinsternis. Grund ist die Stromeinspeisung aus Photovoltaik-Anlagen, die wegen der Verfinsterung zunächst deutlich sinken und dann wieder ansteigen wird, und zwar deutlich rascher als bei Morgen- und Abenddämmerung. Speziell in Deutschland mit bereits rund 39.000 Megawatt installierter Photovoltaik-Leistung bereiten sich die Übertragungsnetzbetreiber darauf vor, starke Netzschwankungen durch flexible Erzeugungsanlagen wie Gaskraftwerke auszubalancieren, um Stromausfälle zu vermeiden. Die jüngsten Wetterprognosen für Deutschland dürften die Situation aber entschärfen, da dort ein nicht sehr sonniger Tag und damit eine vergleichsweise niedrige Solarleistung erwartet wird.

So funktioniert die Sonnenfinsternis:

© Getty Images

Sonne, Mond und Erde müssen auf einer Linie stehen. Auf einem bestimmten Radius auf der Erde erscheint der im Vergleich wesentlich kleinere Mond den selben Durchmesser zu haben wie die Sonne und verdunkelt sie daher.

Hier klicken: Das muss man über eine Sonnenfinsternis wissen >>>

Zur Vollversion des Artikels