Corona räumt mit Beliebtheitswerten auf. Erste Profiteurin: Rendi-Wagner.
Wien. Das ÖSTERREICH-Politbarometer ist die Leitwährung der Politikerbeliebtheit. Zwei Mal im Monat fragt Research Affairs, welche Politiker positiv bzw. negativ aufgefallen sind (1.000 Interviews, 18.–21. 1., maximale Schwankung 3,2 %). Der Saldo aus beiden Werten ergibt den Barometerwert und beantwortet jedem Politiker die Frage: Wo stehe ich?
Bundeskanzler weiterhin vorne
Kurz ist Nummer 1. Im Fall von Sebastian Kurz ist die Frage leicht beantwortet, er liegt mit 39 % klar vorn. Nur: Seit der letzten Erhebung in der ersten Jännerwoche verlor der ÖVP-Kanzler zwei Punkte. Und ÖSTERREICH-Leser erinnern sich: Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 waren es 61 % gewesen.
ÖSTERREICH-Polit-Barometer: Wer ist Ihnen positiv bzw. negativ aufgefallen?
Anschober verliert stark
Gesundheitsminister Rudolf Anschober hingegen ist der Corona-Verlierer. Der sympathische Oberösterreicher wird für alle Pannen und schlechte Corona-Zahlen verantwortlich gemacht: Im Mai 2020 bei 42 %, kommt Anschober aktuell nur noch auf –5. Ein Absturz von 47 (!) Punkten.
SPÖ-Vorsitzende punktet
Pamela Rendi-Wagner, gerade als „Erfinderin“ der Corona-Wohnzimmertests erfolgreich, kann indes profitieren, sie hat Anschober in der aktuellen Umfrage überholt; im Mai 2020 war die SPÖ-Chefin noch bei –15 herumgegrundelt.
Starkes Debüt von Kocher
Kocher auf Anhieb Nr. 2. Einen guten Einstieg hat der neue Arbeitsminister Martin Kocher, die ruhige Art des Uni-Professors kommt an: Kocher kommt auf Anhieb auf 5 % – und ist nach Kurz bester ÖVP-Minister.
Sonntagsfrage: Welche Partei würden Sie wählen?
Regierung verliert an Beliebtheit
Sind Sie mit der Corona-Politik der Regierung zufrieden? – Diese Frage beantworten aktuell nur noch 43 % mit Ja.
Türkis-Rot immer beliebter
Dreifacher Knalleffekt in der aktuellen ÖSTERREICH-Umfrage:
- Mehrheit ist weg. Erstmals seit seinem Antreten verliert Türkis-Grün seine Mehrheit: Wäre heute eine Wahl, käme die ÖVP auf 39 %, die Grünen nur auf 9 %. Zusammen wären das 91 Mandate – zu wenig zum Regieren. Derzeit hat Türkis-Grün 97 Mandate.
- Zufriedenheit ist weg. Zum Start von Türkis-Grün waren 70 % mit dieser Variante zufrieden, derzeit sind es nur noch 48 %, ein Tiefststand.
- Türkis-Rot ist da. Kein Wunder, dass immer mehr Wähler sich Türkis-Rot wünschen, und zwar 35 %.
Die türkis-grüne Regierung wünschen sich aktuell 39 %, das ist also nur noch ein kleiner Vorsprung.