Bloggerin löst Debatte aus
Weltweiter Wirbel um Frauen-Badetag
Bad Vöslau. Zugegeben, es ist ein Trend, der nicht neu ist und eigentlich kein Aufreger sein soll: Seit Jahren gibt es in Wellness-Spas, Fitnessstudios und auch in Schwimmbädern eigene Bereiche bzw. Tage nur für Frauen. Dennoch sorgte der Frauen-Badetag in der Therme Bad Vöslau, der am Freitag von der Bloggerin DariaDaria veranstaltet wurde, für Aufsehen – weit über unsere Grenzen hinaus.
"Baden für einen Tag für Frauen sicherer machen"
Provokation? Grund ist wohl auch die aktionistische Ankündigung, mit der DariaDaria für den Frauentag auf ihrer Facebook-Seite Werbung machte: „Ein Bad für einen einzigen Tag sicher(er) zu machen: kein male gaze, kein blöd angemacht werden“, schrieb sie als Beweggrund für ihre Veranstaltung.
Userin: "Rückschlag für jahrelangen Frauenkampf"
Debatte. Das ging selbst einigen Frauen zu weit, eine hitzige Debatte über die Geschlechtertrennung entbrannte auf der Plattform der Bloggerin. Die einen nannten es einen „Rückschlag gegen die jahrelang erkämpfte Emanzipation“, andere jubelten über die „tolle Aktion“.
Gemischt. Nur eines verwunderte: Zwar waren keine Fotos erlaubt – aber: Der Pool befand sich im gemischten Bereich, wo der reguläre Badebetrieb in der Therme stattfindet. „Was macht das für einen Sinn?“ fragte eine Userin.
Jedenfalls startete der Frauen-Badetag mit dem Code-Wort „Women Almighty“ für alle FLINTA*-Personen am Freitag um 13 Uhr mit viel Rummel um DariaDaria, die im Interview (s. unten) zufrieden bilanziert: „Es war gut besucht, rund 100 waren da. Alles mega entspannt – obwohl es so viel Aufregung darum gegeben hat.“
"60% haben Belästigung erfahren"
Mit ÖSTERREICH sprach DariaDaria über die Reaktionen und Ihre Beweggründe.
ÖSTERREICH: Warum gab es so eine Aufregung um Ihren Badetag?
Dariadaria: Ich denke, es haben viele nicht genau gelesen und gedacht, das ganze Bad sei für Männer gesperrt – dabei war es nur ein kleiner Bereich bei den Kabanen. Auch die Pools waren für alle offen. Und natürlich polarisiert auch meine Person. Ich habe iranische Wurzeln, bin aber in Wien geboren – aber da wird man gleich in eine islamische Ecke gestellt.
ÖSTERREICH: Viele Männer fühlen sich pauschal verurteilt – was sagen Sie dazu?
Dariadaria: Viele beziehen die Nachricht auf sich – auch Frauen. Aber was sie da raushören, darum kann ich mich nicht kümmern. Und wenn ich Männer hassen würde, hätte ich wohl auch keinen Freund. Aber ja, ich wollte für das Thema Aufmerksamkeit schaffen. Es geht um den Opferschutz. 60 Prozent haben Belästigung erfahren – auch mir wurde z. B. das Bikini-Oberteil von hinten aufgemacht. Denke, jede Frau hat so etwas, egal ob im Bad oder woanders, schon erlebt. Vielen wird aber nicht geglaubt, wenn sie sich wehren.
ÖSTERREICH: Wird es einen weiteren Badetag geben?
DariaDaria: Das weiß ich noch nicht. Ich hab gezeigt, dass es den Bedarf gibt und hoffe, dass mehr Bäder aufspringen. Auch öffentliche.