Ermittler
5-Millionen Steuerbetrug: Scheinfirmen aufgeflogen
In enger Zusammenarbeit haben das Bundeskriminalamt, das Amt für Betrugsbekämpfung und die Staatsanwaltschaft Wien ein international organisiertes Netzwerk des Vorsteuerbetrugs aufgedeckt .
Der festgestellte Schaden beläuft sich auf rund 4,8 Millionen Euro. Innenminister Gerhard Karner über den Einsatz: „Die Spezialisten des Bundeskriminalamtes verfügen über international anerkannte Expertise und haben einmal mehr dazu beigetragen, einer Betrügerbande das Handwerk zu legen. Ich danke allen Ermittlern für ihre ausgezeichnete Arbeit.“
Tausende Scheinfirmen für Vorsteuerbetrug
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Mitte 2024 auffällige Finanzströme, die von der Geldwäschemeldestelle identifiziert wurden. Anfang 2026 wurde daraufhin die ressortübergreifende Arbeitsgruppe „Dolus“ eingerichtet. Die Täter agierten dabei arbeitsteilig: Personen wurden gezielt nach Österreich gebracht, als Firmeninhaber eingesetzt und anschließend wieder ins Ausland verfrachtet. Diese Scheinfirmen – ihre Zahl dürfte im vierstelligen Bereich liegen – dienten ausschließlich dem Betrug und der unrechtmäßigen Geltendmachung von Vorsteuer. Zusätzlich wurden Fälle von Sozialleistungsbetrug, etwa durch manipulierte Einkommen oder Scheinehen, festgestellt.
Razzia mit vier Festnahmen
Die Ermittlungen richten sich gegen eine kriminelle Vereinigung, die überwiegend aus Beschuldigten mit Verbindungen nach Pakistan, Syrien, Afghanistan und Marokko besteht. Bislang konnten rund 190 Involvierte ausgeforscht werden, darunter zehn Hauptverdächtige. Bei einer groß angelegten Aktion im März 2026 kam es zu vier Festnahmen, sechs Vernehmungs-Vorführungen und 16 Hausdurchsuchungen. Dabei stellten die Ermittler unter anderem knapp 186.000 Euro Bargeld, 100 Mobiltelefone sowie zahlreiche Dokumente und Bankkarten sicher.
Null Toleranz in Österreich
Finanzminister Markus Marterbauer betonte die Wichtigkeit der Ermittlungen: „Der Kampf gegen Steuerbetrug hat weiterhin oberste Priorität im Finanzministerium, denn Betrug schadet der Gesellschaft und vor allem den vielen ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern.“ Er fügte deutlich hinzu: „Denn bei Steuerbetrug gilt in Österreich null Toleranz.“ ABB-Vorstand Christian Ackerler stellte zudem klar, dass man mit voller Konsequenz gegen solche Strukturen vorgehe.