Sonderling auch Bankomat-Sprenger?
Bombenbauer jagte sich selbst in die Luft
Wien. Montag 4.15 Uhr in der Früh erschütterte ein lauter Knall eine Siedlung in Essling am Rand zum Erholungsgebiet Lobau:
Binnen Minuten waren Cobra, Wega, Hundestaffel und Sprengstoffexperte vor Ort, ein Verhandlungsteam konnte den an einer Hand schwer verletzten Verdächtigen überreden, aufzugeben und sich zu stellen. Er wurde ins Spital gebracht, wo er von Justizwachebeamten bewacht wird.
Bis zu 10 Jahren Haft
Der mit bis zu 10 Jahren Haft bedrohte Vorwurf: vorsätzliche Gefährdung durch Sprengmittel. Was aber bestimmt nicht alles ist.
So stellten Beamte bei einer Hausdurchsuchung weitere, vermutlich selbst hergestellte Sprengmittel sicher. Ein politischer Hintergrund scheint eher ausgeschlossen – der Sohn einer Immobilien-Maklerin dürfte (wie man auch anhand seiner „Auftritte“ auf sozialen Medien unschwer erkennen kann) größere psychische Probleme haben.
Stein. Ein Nachbar erklärt anonym: „Der hat schwer einen an der Waffel. Mehrere Leute haben wegen ihm schon die Polizei gerufen, aber mich hat er beschuldigt und verfolgt. Montagfrüh nach dem Knall warf er mit blutender Hand einen Stein gegen mein Haus und bedrohte mich und meine Frau mit einer schwarzen Waffe“, sagt der Anwohner. „Der Mann, den seine Mutter noch immer ‚mein Kindchen‘ nennt, hat versucht, mich umzubringen.“
Töten oder Bankomat knacken?
Wollte der 46-Jährige mit wechselnder wirrer Gesichtsbehaarung, Markensportgewand und keinen Zähnen mehr im Mund mit der Rohrbombe töten oder einen Bankomat knacken? Zufall oder nicht: Obwohl es jahrelang keine Bankomat-Sprengungen in Wien gab, flogen just vergangenes Wochenende auf der Breitenleer Straße und auf der Esslinger Hauptstraße (nur wenige Gehminuten vom Haus des Bombenbastlers entfernt) zwei Geldmaschinen in der Luft. Ermittlungen laufen. Es gilt die Unschuldsvermutung.