Verdächtiger in U-Haft

Doppelmord: Das eiskalte Geständnis

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Emotionslos, kalt, geradezu sachlich betete der Verdächtige sein Geständnis herunter.
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Wien. Mit einem Dolmetscher saß Abdi S. bei der abschließenden Einvernahme im Landeskriminalamt, bevor er am Donnerstag der Justiz überstellt wurde. Sein mutmaßliches Motiv, Eifersucht, soll der Somalier wie folgt umschrieben haben: Die ganze Situation habe den Asylberechtigten, der 2014 nach Österreich gekommen war, „voll angezipft“.

Konkret meint der 28-Jährige damit die Trennung von seiner Frau und Mutter des gemeinsamen vierjährigen Kindes. Die beiden lebten in Wien, während er nach Linz umzog. Dort wird gegen den Somalier übrigens in drei Fällen wegen Vergewaltigung ermittelt. Erzürnt war er aber zuletzt darüber, dass seine Ex einen neuen Mann datete. Das erfuhr er, wie ÖSTERREICH beichtete, aufgrund einer Liebes-SMS, die Shukri A. (37) versehentlich ihm statt ihrem neuen Freund schickte.

Geplant. Es ist davon aus­zugehen, dass der mutmaßliche Täter bereits mit Mordplänen im Gepäck von Linz nach Wien kam. Wobei er nicht nur seine Verflossene, sondern auch den Nebenbuhler und die in seinen Augen Hauptschuldige an seinem „ganzen Frust“, die beste Freundin von Shukri, die Caritas-Mitarbeiterin und Frauenrechtlerin Ina Mohamed H. (35), auf der Todesliste hatte. Letztere hatte sich im Vorjahr besonders für seine Ex eingesetzt und ihr ­dringend angeraten, sich von diesem „Nichtsnutz“ zu trennen.

Nebenbuhler. Beim Streit über die SMS erschlug der 28-Jährige seine geschiedene Frau mit einem Nudelwalker aus der Küche und stach mit einem Messer auf sie ein. Dann wartete er, allen Alkohol in der Wohnung trinkend, auf Ina H., die täglich zur Mittagspause von ihrer Arbeit zur Freundin herüberkam. Doch diesmal öffnete ihr mutmaßlicher Mörder die Tür.
Dann bestellte er den ­Nebenbuhler per SMS zum Wohnhaus und wollte auch ihn erstechen, war aber zu betrunken dafür. Erst langsam realisiert der 36-jährige Überlebende, wie knapp er davonkam, als er beim Auftauchen seines Widersachers wegrannte. Für Abdi S. wurde in der Justizanstalt Josefstadt die U-Haft beantragt. Es gilt die Unschuldsvermutung.