Preissteigerungen

Gebühren-Hammer: Auf Wien rollt die nächste Teuerungswelle zu

27.05.2026

Die Teuerungsspirale in Wien dreht sich unaufhaltsam weiter. Schon im Jahr 2027 droht der nächste Gebühren-Hammer bei Mist, Abwasser und Trinkwasser. Auch Autofahrerinnen und Autofahrer müssen wohl wieder draufzahlen. 

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© Felicitas Matern
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Nach den massiven Preissteigerungen im Jahr 2026 müssen sich die Wienerinnen und Wiener auf die nächste finanzielle Belastung einstellen. Kaum sind die teureren Tarife für die Jahreskarte der Wiener Linien, das Parkpickerl und die Städtischen Bäder im Geldbörserl spürbar, droht für das Jahr 2027 bereits der nächste Dämpfer. Wegen eines gesetzlichen Automatismus steigen die Kosten für Müllabfuhr, Wasser und Kanal voraussichtlich um mindestens 4,5 Prozent, wie der "Kurier" berichtet. Selbst das Parken könnte noch teurer werden.

Inflation treibt die Preise an

Grund für das absehbare Plus ist die anhaltend hohe Inflation, die unter anderem durch internationale Konflikte angeheizt wird. Die Statistik Austria liefert dazu die entscheidenden Daten. Der gesetzlich verankerte Schwellenwert von drei Prozent für das Wiener Valorisierungsgesetz ist längst überschritten. Seit der vergangenen Anpassung Anfang 2025 kletterte der Verbraucherpreisindex bis April 2026 um 4,4 Prozent nach oben. Bis zum entscheidenden Stichtag Ende Juni dürfte dieser Wert noch weiter steigen. Die offiziellen Zahlen liegen Mitte August auf dem Tisch, weshalb die Stadtregierung die Erhöhung wohl im Spätsommer offiziell verkünden wird.

Zittern um den Parkschein

Besonders bitter könnte es für Autofahrerinnen und Autofahrer werden. Die Preise für Kurzparkscheine wurden erst heuer im Jänner angehoben und nun droht im dritten Jahr in Folge eine Preissteigerung. Hier geht es um Nuancen, da die Anpassung immer in Fünf-Cent-Schritten für eine halbe Stunde erfolgt. Seit dem letzten Sprung fehlen aktuell nur noch minimale Bruchteile auf die nächste Stufe, weshalb eine Erhöhung ab 2027 wahrscheinlich ist.

Rathaus braucht das Geld

Ein Verzicht auf das automatische Plus gilt intern als ausgeschlossen. Angesichts eines Schuldenbergs von rund 15 Milliarden Euro und einer angespannten Finanzlage kann die Stadt nicht auf die zusätzlichen Einnahmen verzichten. Aus dem Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak heißt es dazu, dass man mitten in den Vorbereitungen für das Budget 2027 stecke. Das Ziel sei der schrittweise Abbau von Defizit und Neuverschuldung, ohne die Wirtschaftskraft zu schwächen oder wichtige Zukunftsinvestitionen zu gefährden. Der Koalitionspartner zeigt sich noch zurückhaltender. Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig betont gegenüber dem "Kurier", dass man den laufenden internen Budgetverhandlungen nicht vorgreifen wolle.

Vierter Aufschlag unter Rot-Pink

Für die amtierende Stadtregierung ist es bereits das vierte Mal in diesem Jahrzehnt, dass an der Gebührenschraube gedreht wird. Das bereits im Jahr 2007 eingeführte Valorisierungsgesetz kam wegen der anhaltenden Krisen zuletzt extrem oft zum Einsatz. Nach Erhöhungen in den Jahren 2022, 2023 und 2025 folgt nun wohl der nächste logische Schritt im Jahr 2027.