Heute Gipfel

Handel bis Gastro: Der Öffnungs-Plan für Wien

Der Bürgermeister will eine schrittweise Öffnung. Was Experten ihm raten.
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Wien. Heute wird Wiens Bürgermeister Michael Ludwig sich in einem Videogipfel mit Intensivmedizinern wie Thomas Staudinger und Christoph Wenisch, dem Simulationsforscher Peter Klimek und dem Umweltmediziner Hans Peter Hutter beraten. Sie sollen ihm dabei helfen, zu entscheiden, wie konkret Wien wieder öffnen solle. Davon wolle er seine Entscheidung abhängig machen, betont Ludwig.

Der Lockdown in Wien habe jedenfalls Wirkung gezeigt, so Ludwig. Sowohl die Neuinfektionen als auch zeitverzögert die Hospitalisierungsraten sinken. Entspannt sei die Situation aber weiter noch nicht.

3. Mai: Handel und Dienstleistungen sollen öffnen

  • Öffnung: Die Schulen sind seit Montag von E-Learning in den Präsenzunterricht zurückgekehrt.

Am 2. Mai soll der „harte“ Lockdown dann enden und ab 3. Mai sollen Handel und Dienstleister wieder Kunden begrüßen dürfen. Das soll die erste Etappe – neben dem Angebot der Gratis-PCR-Gurgeltests – sein. Heikler ist für Ludwig die Ankündigung von Kanzler Sebastian Kurz, am 19. Mai alles wieder zeitgleich öffnen zu wollen.

19. Mai: Schanigärten und Outdoor-Sport erlaubt

  • Mahnung: Ludwig präferiert „draußen statt drinnen“. In der Sitzung mit dem Kanzler und allen Länderchefs hatten auch einige Experten davor gewarnt, indoor alles zu öffnen. Die größte Sorge: Indoor-Gastronomie, da dort bekanntlich für Konsumenten nicht auf FFP2-Masken gesetzt werden kann.

Ludwig soll daher zunächst nur die Außengastronomie öffnen wollen. Hier soll es aber mehr Fläche für Lokale geben. Widerstand kommt von Handels- und Gastrovertretern.

Zwei Wochen später – falls die Infektionszahlen es erlauben – könnte dann auch drinnen serviert werden. Auch die Öffnung der Fitnesscenter stimmt die Experten besorgt.

19. Mai: Kultur könnte mit FFP2-Masken öffnen

  • Oper: Oper und Theater könnten mit durchgängiger FFP2-Maskenpflicht bereits am 19. Mai öffnen.

In Wien beobachtet man den starken Anstieg der Neuinfektionen in Vorarlberg nach deren Öffnungen jedenfalls mit Sorge.

-15 % in einer Woche: Weniger Intensiv-Patienten in Wien

In der vergangenen Woche ging die Zahl der Covid-Intensivpatienten in Wien um 15 Prozent zurück. Durch den Lockdown im Osten wurden gestern 183 Covid-Patienten in Wiener Intensivstationen betreut. Am Höhepunkt der dritten Welle Mitte April waren es über 250 Patienten und die Intensivstationen waren über dem Limit.

Noch liegt die Auslastungsgrenze – die Ampelkommission hat 33 Prozent belegte Betten an Covid-ICUs als rote Linie definiert – mit 40 Prozent im roten Bereich. Die Hoffnung ist aber, dass dank der Kontaktreduktionen und damit Infektionsrückgängen der Trend in den nächsten Wochen nach unten anhalte.

Ab 150 belegten Covid-Intensivbetten leidet schließlich die medizinische Gesamtversorgung und Operationen müssen teils verschoben werden.

In der Sieben-Tage-Inzidenz liegt Wien jetzt bei 190 und damit hinter Tirol (197,1) und Vorarlberg, das bereits auf 239 angestiegen ist.