Enorme Belastung
Hotellerie und ÖVP kämpfen gegen Erhöhung der Ortstaxe
27.05.2026Viele Hotels stehen wegen der enormen Teuerungen der letzten Jahre finanziell mit dem Rücken zur Wand. Die ab 2027 geplante Erhöhung der Ortstaxe verschärft die Krise nun drastisch. Die Wiener ÖVP und die Österreichische Hotelvereinigung laufen nun gemeinsam Sturm gegen diese Pläne.
Tausende Beschäftigte sichern täglich die Attraktivität Wiens, doch die Hotellerie stehen unter enormem Kostendruck. Neben den Folgen der Nahost-Krise belasten stark gestiegene Ausgaben die Häuser. Allein seit 2019 kletterten die Gebühren für Wasser, Abwasser und Müll um rund 18 Prozent. Bereits fix scheint eine weitere Anhebung um 4,4 Prozent ab Jänner 2027.
"In Wien wird derzeit alles teurer, von Energie über Wasser bis hin zu kommunalen Gebühren. Die geplante Erhöhung der Ortstaxe reiht sich nahtlos in diese Entwicklung ein. Dabei ist die Wiener Hotellerie weit mehr als nur ein Wirtschaftszweig, sie ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Tourismusstandort, sichert tausende Arbeitsplätze und trägt maßgeblich zur internationalen Attraktivität Wiens bei. Wer diese Branche immer weiter belastet, gefährdet langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der Stadt“, warnt Kasia Greco, Tourismussprecherin der Wiener Volkspartei.
Gigantischer Sprung bei den Abgaben
Mitten in dieser Krise plant die Stadt die Ortstaxen-Erhöhung per 1. Juli 2027. Die Erhöhung von fünf auf acht Prozent bedeutet ein sattes Plus von 60 Prozent. Verglichen mit dem alten Basiswert von 3,2 Prozent beträgt die Teuerung sogar 170 Prozent. Da die Einnahmen nicht zweckgebunden sind, fließen die Millionen ungenutzt in das allgemeine Budget. Die Stadt hebt damit im Handumdrehen mehr ein, als die gesamte Branche im Jahr an Gewinn erwirtschaftet.
"Die Wiener Hotels haben in den vergangenen Jahren enorme Belastungen schultern müssen. Steigende Personal-, Energie- und Betriebskosten setzen die Betriebe bereits heute massiv unter Druck. Eine weitere Erhöhung der Ortstaxe würde viele Häuser zusätzlich treffen und ihnen wichtigen wirtschaftlichen Spielraum nehmen. Besonders unverständlich ist, dass die Branche bei einer derart weitreichenden Entscheidung nicht ausreichend eingebunden wurde und die zusätzlichen Einnahmen nicht zweckgebunden dem Tourismusstandort zugutekommen sollen“, erklärt Alexander Ipp, Wiener Landesvorsitzender der Österreichischen Hotelvereinigung.
Wien droht ein trauriger Europa-Rekord
Zu den globalen Herausforderungen kommt die enorme Steuerlast in Österreich. Mit der neuen Ortstaxe und dem Wohnbauförderungsbeitrag droht den Wiener Hotels ein trauriger Rekord, sie wären die steuerlich am stärksten belasteten Tourismusbetriebe in ganz Europa.
"Die Realität in den Hotels sieht anders aus, als die Rekordnächtigungen auf den ersten Blick vermuten lassen. Die Kosten sind in den vergangenen Jahren in nahezu allen Bereichen deutlich gestiegen. Was nach Abzug aller Ausgaben als Gewinn übrig bleibt, ist vielerorts ohnehin knapp kalkuliert. Eine Erhöhung der Ortstaxe würde genau diesen verbleibenden Spielraum weiter reduzieren und in manchen Fällen praktisch vollständig aufzehren. Das erschwert Investitionen, Innovationen und die Weiterentwicklung der Betriebe", gibt Alexander Komarek, Eigentümer der Schani Hotels, zu bedenken.
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Die Wiener Volkspartei und die Österreichische Hotelvereinigung fordern daher die Rücknahme der geplanten zweiten Erhöhung der Ortstaxe von 5 auf 8 Prozent am 1. Juli 2027, eine verpflichtende Zweckwidmung der Einnahmen für tourismusrelevante Maßnahmen sowie die Möglichkeit einer gesonderten Ausweisung der Ortstaxe.