Wien-Insider
Immo-Deals waren grüne Millionen-Show
Ottakring. Man schrieb das Jahr 2019 – ganz Wien hoffte, dass nach der Ära von Maria Vassilakou und Christoph Chorherr skandalöse Immo-Deals der Vergangenheit angehören. Am 28. Mai 2019 kam es aber anders – der Antrag des grünen Planungssprechers Peter Kraus über die Umwidmung von 16.000 m2 grüner Wiese zu Bauland der Bauklasse III mit bis zu 16 m hohen Betonklötzen inmitten eines Kleingartengebiets wurde im Gemeinderat angenommen.
Bauträger stiegen jetzt mit sattem Gewinn aus
Skandal. Kraus, heute Chef der Grünen, hatte damit frontal die Gallitzinstraßen-Bürgerinitiative brüskiert. Es sollte aber noch schlimmer kommen: Zwei der drei Bauträger, die damals den Deal mit der rot-grünen Stadtregierung einfädelten, der ganze 1.000 m2 Blumenwiese von einst 16.000 m2 Grünland übrig ließ, haben jetzt ihre Anteile an der Projektgesellschaft an eine Tiroler Firma verkauft.
15 Millionen Euro Plus. „Ohne dass sie eine einzige Wohnung errichtet haben, haben sie damit einen Gewinn von 10 bis 15 Millionen Euro gemacht – so viel ist das Grundstück durch die Kraus-Umwidmung mehr wert. Ein Skandal!“, ereifert sich der Ottakringer VP-Chef Stefan Trittner.
Erinnerungslücken. ÖSTERREICH fragte bei Kraus um ein Statement an. Vergeblich. „Eine Flächenwidmung wird durch den Gemeinderat beschlossen, die damit verbundenen städtebaulichen, sozialen und ökologischen Ziele gelten immer“, gaben die Wiener Grünen als dürre „Antwort“ auf drängende Fragen. An die Details kann sich Kraus offenbar so gut erinnern wie an die Tatsache, dass bei ihm einst als Büroleiter von Maria Vassilakou alle Planungsschritte zu jener Stadtstraße Aspern über den Schreibtisch gingen, gegen die er heute so heftig kampagnisiert.
Diese Gedächtnisleistungen von fast blümelschem Ausmaß legen nahe, dass hier die Unschuldsvermutung ganz besonders gilt.