Inzest-Vater jetzt im normalen Vollzug
Josef Fritzl bleibt weiter hinter Gittern
Wien/NÖ. Als sich die Beamten des Justizministeriums Freitagnachmittag ins Wochenende verabschiedeten, musste die Mediensprecherin des Ressorts einmal mehr nachsitzen. Christina Ratz durfte eine Online-Meldung „einfangen“, die spektakulär klang. Tenor: Josef Fritzl wurde durch ein Gericht für geheilt erklärt, sei nicht mehr gefährlich, kam aus dem Maßnahmenvollzug und werde nun auf die Entlassung vorbereitet.
Normaler Strafvollzug. Am Abend dann die tatsächliche Geschichte: Der inzwischen 86-Jährige wurde vom Maßnahmenvollzug in den ganz normalen Strafvollzug für Lebenslängliche verlegt. Nicht, weil er gesund, sondern weil der Greis längst nicht mehr therapierbar ist.
Demenz. Fritzl leidet unter Demenz, sein körperlicher Verfall ist gravierend. Von einer Vorbereitung auf die Freiheit kann keine Rede sein.
In zwei Jahren, mit 88, könnte er theoretisch erstmals wie alle Lebenslänglichen einen Antrag auf bedingte vorzeitige Entlassung stellen. Dann hätte er 15 Jahre hinter Gittern verbracht. Ob er dies tut, erscheint aufgrund seines Zustandes unwahrscheinlich. Es würde auch kein Richter zustimmen.