15-Jährigen vor Peiniger gerettet
Parksheriffs: Strafe für eine "Heldinnen-Tat"
Favoriten. Schon wieder einmal dicke Luft bei den Parksheriffs in der Laxenburger Straße: Diesmal sind zwei resolute Damen der Parkraum-Überwachungstruppe im Zentrum des Geschehens. Nicoleta S. und Özlem H. hatten im November gerade ihren Dienst beendet, warteten in Uniform am Bahnsteig des Hauptbahnhofs auf die S-Bahn.
Brutalo-Attacke. Da attackierte der 18-jährige Ismail H. mit brutalen Schlägen den 15-jährigen Roman B. – das Duo überlegte nicht lange und ging sofort dazwischen: „Wir haben das auf die mütterliche Art gemacht, sie durch Umarmungen und beruhigendes Zureden voneinander abgehalten“, schildert Nicoleta S. ihre Vorgangsweise. Doch der Angreifer ließ nicht von seinem Opfer ab, ging mehrmals auf den Teenie los, bis dieser im Gesicht heftig blutete.
Immer wieder gingen die weiblichen Parksheriffs dazwischen, versuchten die Streithähne zu trennen, bis endlich auch männliche Passanten eingriffen und schließlich – nach einer gefühlten Ewigkeit – die Polizei kam.
Strafversetzt. Der „Dank“ für diese Heldinnen-Tat: Es gab das Gegenteil einer Belobigung – Chefinspektor K. von der Wiener Polizei, der die Dienst- und Fachaufsicht über die unbewaffneten Parksheriffs hat, ordnete einen mündlichen Verweis an, dass sie bei solchen Situationen nicht einzugreifen hätten. Und das mutige Duo wird strafversetzt – sie dürfen nicht mehr gemeinsam in einer Schicht Dienst tun.
„Wir wollen keinen Orden. Aber so eine Behandlung haben wir uns nicht verdient. Zumal es unsere Pflicht ist, wenn wir in Uniform sind, bei Straftaten helfend einzugreifen“, so die enttäuschten Heldinnen.