Vorbereitungsphase

Vom ESC-Traum zur Dauer-Warterei: Posse um die Eventarena in St. Marx

03.04.2026

Eigentlich hätten in der Eventhalle in St. Marx längst die Stars des Song Contests auf der Bühne stehen können. Doch statt internationalem Glamour herrscht auf dem Gelände weiterhin nur gähnende Leere und Stillstand. 

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© WIEN HOLDING
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Auf dem riesigen Areal neben der Marx-Halle herrscht gähnende Leere statt Jubelstimmung. Wo eigentlich längst internationale Superstars auftreten sollten, wächst derzeit höchstens das Unkraut. Seit über einem Jahr ist die Finanzierung für die neue Multifunktionshalle in St. Marx zwar unter Dach und Fach, doch vorangehen will bei dem Prestigeprojekt trotzdem nichts.

Rund 215 Millionen Euro hat die Stadt Wien für den Prachtbau bereits locker gemacht. Ein Großteil dieser Summe, nämlich stolze 153 Millionen Euro, ist für den deutschen Giganten CTS Eventim reserviert. Der Konzern soll die Halle nicht nur bauen, sondern später auch betreiben. Doch wer glaubt, dass hier schon die Bagger auffahren, der irrt sich gewaltig.

Geheimniskrämerei um Verträge und Details

Die Wien Holding und der deutsche Partner hüllen sich derweilen in vornehmes Schweigen. Man bittet um Verständnis, dass man derzeit keine Details zum Stand der Dinge nennen könne. Man wolle sich eben jene Zeit nehmen, die für ein tragfähiges Ergebnis notwendig sei. Das Grundstück gehört der Holding, die dann auch an den Einnahmen beteiligt werden soll – in welcher Höhe und wie genau das abgewickelt wird, wird derzeit noch verhandelt.

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Vom Song Contest zum St. Nimmerleinstag

Besonders bitter stößt die zeitliche Verzögerung auf. Damals war die Euphorie groß, als man im Jahr 2019 die neue Eventhalle für 20.000 Besucher ankündigte. Da hieß es noch, dass bereits 2024 die ersten Weltstars in der Arena auftreten würden. Jetzt peilt man vorsichtig das Jahr 2030 an. Von den geplanten 150 Veranstaltungen pro Jahr und den erhofften 1,2 Millionen Besuchern fehlt jede Spur, während das Projekt offiziell noch immer in der Vorbereitungsphase feststeckt, wie aus dem Büro von Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) zu hören ist.

Für die Wiener ÖVP ist das Maß nun endgültig voll. Parteiobmann Markus Figl findet deutliche Worte zum schleppenden Fortschritt des Millionen-Projekts. "Die neue Wiener Event Arena steht exemplarisch für das, was bei Großprojekten der SPÖ-Neos-Stadtregierung regelmäßig schiefläuft: große Ankündigungen, jahrelange Verzögerungen, fehlende Transparenz und überbordende Kosten. Eigentlich hätte der Song Contest bereits in der neuen Halle stattfinden können, stattdessen läuft weiterhin nur die Vorbereitungsphase", so Figl. Geht es nach dem ÖVP-Chef müssen die verantwortliche Finanzstadträtin und die Wien Holding endlich vollständig offenlegen, wie der tatsächliche Projektstand aussieht und wie sich der weitere konkrete Ablauf gestaltet.  

Statt einer modernen Hightech-Arena in St. Marx müssen die Wiener sowie nationalen und internationalen Gäste weiterhin mit dem recht angestaubten Ambiente der Stadthalle vorliebnehmen.