Nach drei Monaten im Spital

Wunder ist perfekt: Lauda hat das AKH verlassen

23.10.2018

Die neue Lunge arbeitet perfekt. Lauda startet jetzt mit der Reha.

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© Fotomontage
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Wien. Das Wunder ist perfekt! Das AKH bestätigte heute offiziell die oe24-Exklusiv-Meldung: Rund zweieinhalb Monate nach der Lungentransplantation, der sich Niki Lauda im AKH Wien unterziehen musste, konnte der dreifache Formel 1-Weltmeister am heutigen Mittwoch das Spital "in gutem Allgemeinzustand verlassen".
 

Jetzt startet mehrwöchige Reha

Niki Lauda muss sich nun einer intensiven, mehrwöchigen Rehabilitation unterziehen. Die behandelnden Ärzte sowie das Pflegepersonal wünschen dem 69-Jährigen dafür einen weiterhin guten Verlauf.
 
Selbstverständlich wird Niki Lauda, wie auch alle anderen TransplantationspatientInnen, weiter durch das Lungentransplantationsteam des AKH Wien bzw. der MedUni Wien betreut.

Heute hat Niki Lauda nach drei Monaten nicht nur die Intensivstation, sondern auch das Krankenhaus verlassen, heißt es aus dem AKH. Ehefrau Birgit konnte ihn abholen. Die beste Nachricht über den 69-jährigen Airliner und Formel-1-Boss seit Langem.

Pressekonferenz der Ärzte am Donnerstag

Am Donnerstag werden die behandelnden AKH-Ärzte eine Pressekonferenz geben. Dort werden Walter Klepetko, Leiter der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie, Gottfired Heinz, Leiter der kardiologischen Intensivstation, Christian Hengstenberg, Leiter der Klinischen Abteilung für Kardiologie und Peter Jaksch, internistische Betreuung des Lungentransplantationsprogramms, sprechen. 

Lebensrettende OP

Anfang August musste Lauda eine lebensrettende Lungentransplantation über sich ergehen lassen, jetzt sind die Ärzte um den Starchirurgen Prof. Walter Klepetko überzeugt: Sein Körper hat das neue Organ gut angenommen, die Lunge arbeitet ganz normal, medizinisch ist er vollkommen stabil.

Zu Birgits Geburtstag ist Lauda endlich "draußen"

Durch die lange Liegezeit ist es Lauda zuletzt noch schwergefallen, selbstständig zu stehen oder gar zu gehen. Lauda muss auch lernen, sein Leben auf die neue Situation einzustellen. Er wird täglich Dutzende Medikamente einnehmen müssen. Er beginnt nach dem schrecklichen Unfall 1976 und der Operation 42 Jahre später sozusagen sein drittes Leben.

Für die Laudas besonders erfreulich: Die beiden können nun den 40. Geburtstag von Birgit am 31. Oktober „in Freiheit“ feiern.

So lief die Lungen-OP

Niki Lauda hatte sich vor der Lungentransplantation bereits längere Zeit in Behandlung im Wiener AKH befunden. Er hatte wegen einer Erkrankung einen Familienurlaub auf Ibiza abgebrochen. In der Folge hatte sich ein schweres Lungenversagen eingestellt.

"Da der Patient zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Warteliste für die Transplantation durch die extrakorporale Membran-Oxygenierung (ECMO; maschinelle Sauerstoffanreicherung außerhalb des Körpers; Anm.) am Leben erhalten wurde, bei vollem Bewusstsein war und es keine andere Therapiemöglichkeit gab, kam er sofort in die höchste Dringlichkeitskategorie für ein Spenderorgan", stellte dazu der Leiter der Thoraxchirurgie am Wiener AKH, Walter Klepetko, fest.

Die Zuteilung des Organs ist durch die unabhängige Eurotransplant (europäische Schalt- und Organisationszentrale zum Thema Organtransplantationen; Anm.) erfolgt. Es gibt für alle teilnehmenden Länder klare Dringlichkeitskriterien. Bei Lungentransplantationen sind die wichtigsten Kriterien die sogenannten Blutgase, also die Qualität des Gasaustausches (Sauerstoffsättigung im Blut etc.) bzw. die Notwendigkeit, maschinell einzugreifen.

"Höchste Dringlichkeit"

"Wenn jemand plötzlich in die oberste Dringlichkeitsstufe für eine Lungentransplantation kommt, erfolgt die Organzuteilung mit höchster Dringlichkeit", sagte der Transplantationschirurg. Auch der Gesamtzustand des jeweiligen Patienten spielt eine gewisse Rolle. Hier sei die Situation bei Lungenpatienten, die über viele Jahre an chronisch sich verschlechternden Leiden erkrankt sind, anders als bei prinzipiell fitten Personen, die akut in ein nicht reversibles Lungenversagen rutschen. Spenderorgane für Lungentransplantationen werden nicht auf Gewebe-Verträglichkeit zwischen Spender und Empfänger ausgewählt, wie dies bei anderen Organen geschieht.

Lauda lebt seit Jahren als Nieren-Transplantationspatient. Zweimal (1997 und 2005) erhielt Ex-Formel 1-Star Niki Lauda am Wiener AKH eine Spenderniere. Rund 120 Lungentransplantationen pro Jahr im Wiener AKH an der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie machen Wien gemeinsam mit Toronto (Kanada), Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) und der Universitätsklinik von Hannover in Deutschland zu einem der vier größten Zentren für solche Eingriffe. Österreich weist mit 15 Lungentransplantationen pro Million Menschen die höchste Lungentransplantationsrate der Welt auf, hieß es 2015.
 

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