Klima-Ticket, Sprit-Preis, Corona-Ende

Zu volle Züge: Heute droht der nächste Super-Gau

Nichts geht mehr. Völlig überfüllte ÖBB-Züge sorgen für Reisefrust. Besonders heute.
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Wien. 17.15 Uhr, Hauptbahnhof, Gleis 6: Der ICE 20 Richtung Frankfurt am Main hat 381 Sitzplätze, doch 550 Passagiere drängen rein. Der ­inzwischen tägliche Wahnsinn in den Fern­zügen der ÖBB nimmt seinen Lauf, es herrscht Ausnahmezustand. Schon seit Wochen platzen die Züge aus allen Nähten, der Frust von Berufspendlern und Touristen steigt stündlich.

Garnituren wurden wegen Überfüllung zwangsgeräumt. Und heute droht der nächste Super-GAU, der bislang schlimmste Rückreisetag des Jahres.

© TZOe Fuhrich
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CO2-Steuer wird Lage zusätzlich verschärfen

Die Gründe für das Chaos liegen auf der Hand: Nach dem gefühlten Aus der Pandemie liegt der Nahverkehr auf Vorkrisenniveau, der Fernverkehr bereits darüber. 160.000 verkaufte Klimatickets zeigen Wirkung, monatlich kommen 5.000 neue Besitzer dazu. „Das Ticket ist super, jetzt brauchen wir nur noch die Garnituren dazu“, sagte ein langgedienter Zugbegleiter beim ÖSTERREICH-Lokalaugenschein am Samstagvormittag am Hauptbahnhof.

Der Spritpreis-Wahnsinn durch den Ukrainekrieg treibt die Leute zusätzlich vom Auto auf die Schiene. Und es wird noch schlimmer: Zum 1. Juli kommt die CO2-Steuer aufs Benzin. Der Liter-Preis wird noch einmal um rund 10 Cent ansteigen.

Ohne Platzreservierung geht in den Fernzügen kaum noch etwas. Doch die kostet Geld. Ärgerlich gerade für pendelnde Klimaticketbesitzer. Drei Euro am Tag für den Zug – sechs Euro für zwei Reservierungen. Irgendwas stimmt an der ÖBB-Rechnung nicht.