Notunterkünfte

300 Asylwerber jetzt in Kasernen

28.11.2012

Am Wochenende protestierten Asylwerber noch, nun werden sie teilweise verlegt.

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© APA/HANS KLAUS TECHT
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Ab morgen Nachmittag ziehen Flüchtlinge in Kasernen ein. Für etwa 300 Asylwerber konnte keine andere Unterbringung gefunden werden. Zwei von neun Bundesländern können bis Freitag ihre Asylquote nicht erfüllen: Tirol und Oberösterreich. Und das, obwohl sie nach dem Asylgipfel in Wien mehr als einen Monat Zeit hatten.
Oberösterreich braucht Plätze für 200 Menschen

Dafür geht es jetzt umso schneller: Am Freitagmorgen wird das Innenministerium erheben, ob die Länder ihre Asylquoten erfüllt haben. Für Tirol und Oberösterreich sowie für alle anderen bösen Überraschungen gibt es schon einen fixen Plan B: „Wenn es in Bundesländern Bedarf gibt, können schon am Nachmittag oder am Samstag die ersten Ausweichquartiere bezogen werden“, heißt es aus dem Innenministerium. Die Flüchtlinge werden mit Bussen aus Traiskirchen in die neuen Unterkünfte gebracht.

In Oberösterreich, das mit Stand Montag 630 Plätze zu wenig hatte, dürfte man nur Platz für gut 400 Menschen haben, für die restlichen wird Platz in Kasernen gefunden werden. Die Hiller-Kaserne in Linz sowie die Tilly-Kaserne in Freistadt sollen dafür verwendet werden.

Innenministerin ist weiterhin skeptisch
In Tirol ist noch völlig offen, wo die Flüchtlinge, für die das Land nichts finden konnte, notfalls untergebracht werden.
Doch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) will auch den anderen Ländern, die bist jetzt die Quote noch nie erfüllt haben, nicht ganz trauen: „Ich bin nach den vielen Versprechungen der letzten eineinhalb Jahre vorsichtig“, sagt sie im ÖSTERREICH-Interview (siehe unten). Morgen wird nun endgültig Klarheit herrschen.
 

ÖSTERREICH: Wie steht es mit den Asylquoten der Länder?
Johanna Mikl-Leitner: Meine Experten bestätigen: Auch Vorarlberg und Burgenland werden die Vereinbarungen des Asylgipfels erfüllen. Aus Salzburg habe ich die Meldung, dass sie es schaffen werden. Das ist eine gute Nachricht. Ich bin aber nach den vielen Versprechungen der letzten eineinhalb Jahre vorsichtig.

ÖSTERREICH: Wie viele Asylwerber kommen in Kasernen und Container?
Mikl-Leitner: Ich präsentiere meinen Plan B am Freitag, abhängig davon, wie die Quoten konkret erfüllt werden. Ich lasse nicht zu, dass Menschen auf der Straße stehen.

ÖSTERREICH: Was sagen Sie zum Asyl-Camp vor der Wiener Votivkirche?
Mikl-Leitner: Diesen linken Aktionismus lehne ich genauso ab wie rechte Hetzerei. Meine Mitarbeiter in Traiskirchen leisten bei der Betreuung ausgezeichnete Arbeit.
(gü)

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