16 Beispiele fehlten

Abbruch bei Mathe-Matura

09.05.2014


Wie kann das passieren? Bei der Zentralmatura gab es schon wieder einen Skandal: Am Freitag war das Fach Mathematik dran.

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Als die Lehrer in der Früh die Kuverts mit den Angaben öffneten, trauten sie ihren Augen nicht: Statt 24 Beispielen fanden sich in der Angabe nur acht. Das bedeutete für die Schüler nach der Notenpanne bei der Englisch-Matura noch einmal zusätzlichen Stress in Mathematik.

„Man sollte annehmen, dass sie genug Zeit zur Vorbereitung hatten“, meint Schülerin Hannah (17) nach der Mathematura am Akademischen Gymnasium in Wien.

Mathe-Panne: Fünf Wiener Gymnasien betroffen
Die Matura musste eine Stunde lang unterbrochen werden, bis die Angaben herbeigeschafft waren. Betroffen waren fünf Wiener Schulen, darunter das Akademische Gymnasium, die Hagenmüllergasse und die Schottenbastei. Schuld an der Panne trägt wieder das Bildungsforschungsinstitut Bifie, das die Durchführung der Skandal-Matura verantwortet.

Heinisch-Hosek nimmt jetzt Manager ins Visier
Nach der jüngsten Panne reicht es Gabriele Heinisch-Hosek jetzt. Die SPÖ-Bildungsministerin kündigt an: „Wir werden diesen ersten Testlauf der Zentralmatura ganz offen und sehr genau überprüfen, ohne Tabus. Dasselbe gilt für das Bifie.“

Das heißt: Das Skandal-Institut, das auch schon für das Datenleck verantwortlich zeichnet und in dem jedes Jahr Millionenbeträge versiegen, steht vor dem Aus. Für Direktor Martin Netzer wird es jetzt eng. Heinisch-Hosek: „Es wird eine interne Überprüfung des Managements geben.“

Heinisch-Hosek wollte Minister-Job aufgeben

Nach der Pannenserie in ihrem Ministerium wollte Heinisch-Hosek alles hinschmeißen.

Kein Tag ohne Skandal im Bildungsministerium. Das wurde selbst Polit-Profi Gabriele Heinisch-Hosek zu viel. Wie ÖSTERREICH aus SPÖ-Kreisen erfuhr, wollte die Bildungsministerin diese Woche alles hinschmeißen und ihren Minister-Job zur Verfügung stellen.

SPÖ-Kanzler Werner Faymann rückte schließlich aus, um sie zu beruhigen. In einem längeren, vertraulichen Gespräch überredete er Heinisch-Hosek, zu bleiben. Die Ministerin stimmte schließlich zu.

Heinisch-Hosek ist seit Dezember Bildungsministerin. Davor übte sie ohne gröbere Zwischenfälle das Amt der Frauenministerin aus. Doch nun kommt sie aus den Negativ-Schlagzeilen nicht mehr heraus: erst das Datenleck mit den abgesagten PISA-Tests, dann empfindliche Budget-Kürzungen, jetzt die Pannen-Serie bei der Zentral-Matura.

(knd, küe)

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