Aufregung

Bischof Laun: Homosexuelle sind Gestörte

27.03.2017

Andreas Laun hält "Gender-Ideologie" für die Lüge des Teufels.

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Der scheidende Salzburger Weihbischof Andreas Laun sorgt wieder einmal für Kritik. In einem aktuellen am Samstag im Internetmagazin www.kath.net veröffentlichten Hirtenbrief wetterte der 74-Jährige breit gegen die "Gender-Ideologie", die er wie den Nationalsozialismus und den Kommunismus als Lüge des Teufels bezeichnet. Die Homosexuelleninitiative HOSI reagierte nun mit einem offenen Brief.

"Der von Herrn Laun verfasste Text beinhaltet derart hetzerische und menschenrechtsverachtende Passagen und Vergleiche, dass eine strafrechtliche Relevanz zu prüfen ist", teilte der Vorstand der HOSI Salzburg am Montag mit. Man fordere eine klare Entschuldigung Launs und eine Stellungnahme der österreichischen Bischofskonferenz. "Besonders bizarr und abscheulich sind Launs Vergleiche mit den Ideologien des Nationalsozialismus."

Bereits vor zwei Jahren hatte der Salzburger Weihbischof für Aufregung gesorgt, als er das Tolerieren des Engagements Homosexueller gegen Homophobie mit dem Schweigen zu den Verbrechen der NS-Diktatur verglich. In seinem jüngsten Hirtenbrief ging Laun zwar nicht nur auf Homosexuelle ein, er schrieb aber von "irgendwie gestörten Männern und Frauen, die anatomisch eine kleine Missbildung haben oder eine sexuelle Anziehung zum eigenen Geschlecht verspüren."

Laun argumentierte in seinem Brief, dass etwa im Reich Hitlers der Teufel behauptet habe, es gäbe Menschenrassen, die besser seien als andere Rassen. Diktatur und Ströme von Blut seien die Folge gewesen. "Nun lautet die Lüge: Dass die Menschen Frauen oder Männer sind, ist nur Einbildung, in Wirklichkeit sei dieser Unterschied eine Erfindung der Menschen."

Der Weihbischof kritisierte in diesem Zuge das Gender-Mainstreaming. "Man hat Lehrstühle dafür errichtet, man zwingt Studenten und Schüler, Kurse zu machen und nur 'gegenderte' Prüfungsarbeiten abzugeben, man passt Formulare an, man passt die Sprache an." Auch die Anerkennung einer homosexuellen Beziehung als Ehe oder wenigstens als anerkannte Partnerschaft gehöre dazu. Zudem würde Kindern in den Schulen eine "Sexualpädagogik der Vielfalt" aufgezwungen.

Laun vollendet im Oktober 2017 sein 75. Lebensjahr und wird wie alle seine Amtskollegen im Vorfeld den Rücktritt einreichen. In der Erzdiözese rechnet man derzeit fast täglich mit dem Dekret, das seinen Nachfolger benennt. Die Entscheidung fällt die päpstliche Bischofskongregation in Rom.
 

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