Buwog-Affäre
SPÖ schließt U-Ausschuss nicht aus
Ex-Finanzminister Grasser wird vorgeworfen, die Privatisierung der Bundeswohnungen 2004 zugunsten des Immofinanz-Konsortiums manipuliert zu haben.
Die SPÖ will vorerst keinen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Verkauf der Bundeswohnungen unter dem früheren Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Bundeskanzler Werner Faymann will noch die Ermittlungen der Justiz und des Finanzministeriums abzuwarten. Ausschließen will Faymann einen U-Ausschuss aber nicht. Wenn sich politische Verwicklungen ergäben, sei auch ein U-Ausschuss möglich, so der Kanzler.
Grasser wird vorgeworfen, die Buwog-Privatisierung 2004 zugunsten des Immofinanz-Konsortiums manipuliert zu haben - was dieser bestreitet. Der konkrete Vorwurf stammt von einem ehemaligen Mitarbeiter, den KHG nun geklagt hat.
Keine Schnellschüsse
Auch SPÖ-Klubobmann Josef Cap
meint, jetzt sei die Justiz gefordert, diese werde die Angelegenheit
durchleuchten und untersuchen. Außerdem geht er auch davon aus, dass die
jetzige Führung des Finanzministeriums sich die Sache ansehen werde. Wenn
diese Untersuchungen abgeschlossen sind, werde man Gespräche mit der ÖVP
führen und sich das Ergebnis ansehen.
Andere Privatisierungen
Für Cap ist nicht ausgeschlossen, dass
im Zuge der Untersuchungen auch andere Privatisierungsgeschäfte Grassers
unter die Lupe genommen werden. Wenn sich auch Verdachtsmomente bei anderen
Privatisierungen ergeben sollten, dann sollten diesen auch nachgehen werden.
Einen begründeten Verdacht hat der SPÖ-Klubobmann aber nicht.
SPÖ-Geschäftsführer Günther Kräuter hatte sich schon am Freitag klar für einen U-Ausschuss ausgesprochen.
"Kein Tabu"
SPÖ-Nationalratspräsidentin Barbara
Prammer denkt ähnlich und will einen Untersuchungsausschuss "nicht
von vornherein" ausschließen. In erster Linie seien nun die
Staatsanwaltschaft und Gerichte am Zug, so Prammer. "Am Ende sollte es
aber auch kein Tabu sein, sich das in einem Untersuchungsausschuss
anzuschauen."
Verkaufsermächtigung an Grasser