Wien. „Es wird immer wahrscheinlicher, dass wir am Ende frühzeitig wählen, obwohl das in der Regierung keiner will“, sagt ein Regierungsstratege. Alle Parteien stellen sich auf besonders heftige U-Ausschuss-Monate ein. Im Mittelpunkt des „ÖVP-Korruptionsausschusses“ steht nicht mehr nur Sebastian Kurz, sondern die ÖVP an sich, haben die Oppositionsparteien bereits klargemacht. Und sie rechnen mit „ständig neuen Enthüllungen“. Darauf stellt sich auch die ÖVP unter Karl Nehammer ein. Die Türkisen haben den Ex-Vizeregierungssprecher und ehemaligen Bild-Journalisten Georg Streiter engagiert. Er soll die „Angriffe“ auf die ÖVP strategisch abwehren. Oder soll er auch bereits Wahlkampftipps mitbringen?
Rote rechnen bereits mit Platzen der Koalition
Wahlkampftipps. Diese hat sich jedenfalls bereits SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch in Berlin geholt. Er besuchte SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert. In der SPÖ rechnen die unterschiedlichsten Lager gerade sehr „mit vorzeitigen Neuwahlen. Das kann nicht mehr lange gut gehen“, sagt ein SPÖ-Spitzenmann.
Auch FPÖ-Chef Herbert Kickl wittert ein Platzen der Koalition. „Die Türkisen werden alles machen, um den U-Ausschuss abzudrehen“, so die Erklärung.
Die Grünen scheinen noch verunsichert zu sein, was die ÖVP „wirklich“ will. Während die ÖVP vor allem der grünen Justizministerin Alma Zadić offenbar „misstraut“. Für permanenten Zündstoff wird ÖVP-Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka sorgen. Er will den U-Ausschuss-Vorsitz behalten und verärgert damit auch die Grünen.