Polit-Insider am Sonntag

Der einsame Nehammer – und sein neuer Polit-Rambo

© APA/ERWIN SCHERIAU
''Diesem Kanzler'', sagt ein Top-Mann aus dem VP-Wirtschaftsbund, ''ist nicht mehr zu helfen. Der trampelt wie ein Elefant durch den Porzellan-Laden. Ohne Berater, ohne Hilfe, ohne Know-how.''
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Karl Nehammer hat’s nicht leicht in diesen Tagen – was immer er anpackt: Es geht in die Hose!

Seine große „Friedens-Mission“ bei Putin – ein Flop, garniert mit Spott und Hohn der Medien.

Sein 150-Euro-Teuerungs-Gutschein – eine totale Blamage, die die Bürger erst richtig wütend macht.

Und zuletzt sein gut gemeinter Vorschlag, die dramatisch hohen Gewinne der Strom-Konzerne mit einer „Straf-Steuer“ zu belegen – die Folge war ein Börse-Crash und ein Mega-Krach mit dem ÖVP-Wirtschaftsbund.

„Diesem Kanzler“, sagt ein Top-Mann aus dem VP-Wirtschaftsbund, „ist nicht mehr zu helfen. Der trampelt wie ein Elefant durch den Porzellan-Laden. Ohne Berater, ohne Hilfe, ohne Know-how.“

Es ist einsam geworden um Karl Nehammer. Er führt die Regierung und die ÖVP mittlerweile nahezu im Alleingang – beraten nur noch von seiner Frau und der deutschen Agentur StoryMachine des Ex-Bild-Chefredakteurs Kai Diekmann.

Umbildung gescheitert: Martha Schultz sagt ab!

Nehammers Plan, seine Regierung umzubauen und den Neustart mit einer neuen Wirtschaftsministerin am ÖVP-Parteitag nächste Woche zu feiern (ein Plan, der ausgerechnet von seiner Ehefrau (!) an eine befreundete Journalistin zwecks Vor-Veröffentlichung „gesteckt“ wurde), ist gescheitert.

Nehammer wollte seine beste Freundin und die mit Abstand beste Unternehmerin der VP – Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin und Hotel-Multimillionärin Martha Schultz – zur neuen Wirtschafts-Ministerin machen.

Doch Martha Schultz hat ihrem „Karli“ – so wie auch schon ihrem „Basti“ – beinhart abgesagt. Sie erlebt als Hotel-Unternehmerin gerade eine Mega-Expansion, kauft und baut ein Luxus-Hotel nach dem anderen – und hat nicht die geringste Lust auf eine „Regierung auf Abruf“.

Damit ist die Regierungs-Umbildung gescheitert. Schramböck darf bleiben. Und Nehammer wird mit dem Team, mit dem er keinen Blumentopf mehr gewinnen kann, weiter regieren. Keine Rede mehr von Neustart …

ÖVP bekommt Rambo: Hanger neuer »General«

Einen Neustart wird es aber sehr wohl in der ÖVP-Parteizentrale geben. Da steht der neue starke Mann mittlerweile fest: Der legendäre U-Ausschuss-Rambo Andreas Hanger soll in Zukunft gemeinsam mit dem erst 31-jährigen Polit-Talent Alexander Pröll, dem Sohn des Ex-ÖVP-Chefs, die Partei führen.

Andreas Hanger ist nicht nur der neue Darling von Nehammer, sondern auch der „Lieblings-Schüler“ der Beratungs-Agentur StoryMachine, die ihn seit geraumer Zeit „coacht“ und neu positioniert. Aus dem Polit-Rambo soll ein sympathischer Partei-General mit „G’spür für die Menschen“ werden.

Vermutlich wird Hanger aber noch nicht am Parteitag, sondern erst in den Wochen danach präsentiert werden. Der Grund: Man will einerseits die junge Laura Sachslehner (die in der Zentrale bleiben soll) nicht desavouieren und man will keine Unruhe am Parteitag: Denn mit Hanger und Pröll junior ist die ÖVP-Bundes-Parteizentrale künftig komplett in der Hand der nö. ÖVP. Heißt: Mikl-Leitner und die NÖ-ÖVP planen das komplette „Take-over“ der Volkspartei, in deren Regierungsteam mit Nehammer, Tanner und Karner nur noch Niederösterreicher das Sagen haben – und das könnte am Parteitag bei den anderen Bundesländern sehr schlecht ankommen.

Geplant ist nämlich, dass dieser Parteitag zum deutlich sichtbaren „Jubel-Parteitag“ für Nehammer werden soll. Schon jetzt werden die Landes- und Bezirks-Organisationen auf minutenlange „Standing Ovations“ auf den medial angeschlagenen ­„Karli“ eingeschworen. Und ÖVP-Insider versprechen ein Wahl-Ergebnis von „deutlich über 90 Prozent“.