Misstrauen
Die grüne Beziehungskrise mit Türkis
Die Spannungen in der türkis-grünen Koalition nehmen wieder zu. Vergangene Woche kam es von grüner Seite zu einer veritablen Entladung sämtlicher negativen Emotionen, die sich über Monate gestaut hatten. Vor allem VP-Kanzler Sebastian Kurz wurde dabei ins Visier genommen. Ein Jahr lang hatten die Grünen immerhin Novizen in einer Bundesregierung - erstaunliche Disziplin in der Koalition bewiesen.
ÖVP flirtete mit der SPÖ und verstimmte Grüne
Jetzt geht es freilich ans Eingemachte. "Die türkise Truppe versteht teils nicht, dass sie uns mehr Luft zum Atmen geben muss", sagt ein Grüner. "Alles wird sofort als Majestätsbeleidigung wahrgenommen", sagt ein anderer. Wollen die Grünen also raus aus der Koalition? Nein, da sind sich alle im Hintergrund einig.
Ärger. Auch der politische "Flirt" mit der SPÖ wurde skeptisch beäugt. In der ÖVP wiederum beteuert man, dass man den Grünen "stets gesagt hat, dass das Thema Asylpolitik mit uns nicht neu verhandelbar" wäre. Die Pandemie habe viele Probleme beiseitegeschoben. Und wird es demnächst wohl wieder.
Isabelle Daniel