Opernball

Diese Polit-Logen sorgen für Riesen-Aufregung

06.02.2026

Champagner, Frack und fette Rechnungen: Während das Volk den Gürtel enger schnallt, steigt in der Staatsoper der größte Ball des Jahres. Doch hinter den Samtvorhängen der Logen brodelt es gewaltig.

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Von Postenschacher-Vorwürfen bis hin zu Luxus-Partys trotz Mitarbeiter-Kündigungen. Einige Logen sorgen beim Opernball 2026 wirklich für Zündstoff.

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Logen-Wahnsinn: Luxus-Preise trotz Sparstift

Österreich ächzt unter der Teuerung, die Regierung verordnet einen strikten Sparkurs – doch am 12. Februar herrscht in der Wiener Staatsoper wieder Ausnahmezustand. Die Preise für das „Staatsgewalze“ sind so gesalzen wie nie: Eine Rangloge kostet heuer unfassbare 26.000 Euro. Wer nur den Fuß in die Tür setzen will, brennt 410 Euro für die Eintrittskarte ab. Während viele Österreicher unter dem Sparkurs den Gürtel enger schnallen, residiert die Polit-Elite in den Logen. 

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So geht etwa Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) in der Kanzlerloge auf den Opernball, während Kanzler Christian Stocker in Brüssel ist. Babler ist als Kulturminister sozusagen verpflichtet: Früher hat er oft scharfe Töne gegen den Opernball abgesetzt. Um die Wogen zu glätten, bringt er keinen Staatsgast, sondern seinen langjährigen Freund Max Minichmayr mit. 

Aus der ÖVP erwartet werden noch Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sowie Staatssekretär Alexander Pröll. Aus der SPÖ kommt noch Infrastrukturminister Peter Hanke.

Wirtschaftskammer-Loge: Walter Ruck unter Beschuss

In der Loge der Wirtschaftskammer Wien fungiert Walter Ruck erneut als Gastgeber. Doch über seinem Auftritt hängen dunkle Wolken. Erst vor wenigen Wochen erhob die FPÖ schwere Vorwürfe wegen Postenschachers und Intransparenz in der Wiener Kammer. Von einem „Sumpf“ ist die Rede, Jobs und Geldpreise an Rucks Familienmitglieder sorgen für Unmut. Dass Ruck jetzt bei Austern und Sekt netzwerkt, während viele Betriebe ums Überleben kämpfen, sorgt für massive Kritik.

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Auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wird in einer Loge zu sehen sein. In der Bundeshauptstadt herrscht ein strenger Sparkurs.

Swarovski: Kristall-Glanz trotz Kündigungs-Welle

Besonders bitter stößt vielen der Auftritt von Swarovski auf. In der funkelnden Kristall-Loge werden Creative Director Giovanna Engelbert und das internationale Model Iris Law (Tochter von Hollywood-Star Jude Law) erwartet. Doch der Glamour hat einen faden Beigeschmack: Das Unternehmen steht wegen hunderten Kündigungen und Sparmaßnahmen in der Kritik. Während viele Mitarbeiter um ihre Jobs bangen, leistet man sich in Wien ein Schaulaufen der Extraklasse.

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Der „Kaiser der Logen“: Sebastian Kurz ist zurück

Er ist zwar kein Kanzler mehr, aber am Opernball bleibt er der unangefochtene „Platzhirsch“. Sebastian Kurz hat sich gleich zwei Logen gesichert. Während sich andere Polit-Größen zurückhalten, demonstriert der Altkanzler ungebrochene Macht. In seinen Logen im zweiten Rang wird die wohl höchste Dichte an Business-Prominenz und Ex-Ministern erwartet.

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