Nachschlagewerk
DÖW legt neues Rechtsextremismus-Handbuch vor
13.05.2026Rechtsextremismus für DÖW-Leiter Kranebitter "quantitativ größte Gefährdung unserer Demokratie"
Seit Mittwoch ist das "Handbuch Rechtsextremismus in Österreich" erhältlich. Die Neufassung des Nachschlagewerks aus den 1990ern, herausgegeben vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes, bietet Überblick über die Ideen, Akteure, Netzwerke und Strategien der extremen Rechten. "Wir wollen möglichst vielen Menschen eine Handreichung geben, die etwas gegen die schleichende Normalisierung von Rechtsextremismus tun wollen", sagte DÖW-Leiter Andreas Kranebitter.
Schließlich handle es sich beim Rechtsextremismus um die "quantitativ größte Gefährdung unserer Demokratie", so Kranebitter im Vorfeld der Veröffentlichung zur APA. "Im Buch versammeln wir Ergebnisse aus unseren jahrelangen wissenschaftlichen Beobachtungen, Erkenntnissen und Analysen, die wir für eine breite Leser*innenschaft klar verständlich aufbereiten". Darüber hinaus beinhaltet dieses auch ein ausführliches Organisations- und Medienverzeichnis.
Eigenes Kapitel über die FPÖ
Herausgeber des Handbuchs sind neben Kranebitter auch die Rechtsextremismusforscher Bernhard Weidinger und Isolde Vogel. "Der Rechtsextremismus in seinen unterschiedlichsten Schattierungen ist in Österreich auf dem Vormarsch. Die Akteur*innen reichen von neonazistischen Kleingruppen über Burschenschaften bis zu den Identitären, die sich in der selbst ernannten Neuen Rechten verorten. Bei ihnen handelt es sich zwar um eine zahlenmäßig fast irrelevante Gruppe, sie schaffen es aber zunehmend, ihre rechtsextremen Positionen in einen breiteren Diskurs zu tragen. So gehört ihr Schlachtruf nach einer umfassenden Remigration zum Beispiel mittlerweile zu den am lautesten vorgetragenen Forderungen der FPÖ", erklärt Vogel.
Auf über 500 Seiten beschäftigen sich Kranebitter, Vogel, Weidinger und weitere Forscherinnen und Forscher neben der Geschichte des Rechtsextremismus in Österreich u.a. mit der Rolle einschlägiger Medien, religiösem Fundamentalismus und Rechtsextremismus auf Gaming-Plattformen. Auch der FPÖ und Rechtsextremismus in postmigrantischen Gesellschaften sind Kapitel gewidmet. Einleitende Worte spendierten neben Bundespräsident Alexander Van der Bellen auch Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig sowie sein Vorgänger Michael Häupl (alle drei SPÖ).